Troubadour ii7
über zum König von Frankreich auswarf; von Rudolph von Bur-gund, dem Stifter des oberburgund,sehen Königreichs; von denmächtigen Grafen zu Toulouse mit Provence aus dem Hause St.G,Ues; von Fürsten von Orange; von Dauphins von Biennoiö.Lquitanicn theilte sich in Guyenne und Eascogne, wurde durchWilhelms IV. Vermählung mit Brisre, Erbn« von Gascogne,«jeder vereinigt, hakte ums Jahr 1071 den berühmten Trouba-dour Wilhelm IX., Grase» von Poitou und Herzog von Aquita-nien, groß unter den Kreuzfahrern, und als solcher mit Rah-mund de St. Gilles verherrlicht von Italiens Lasso, zum Beherr-scher, kam 1151 durch die Vermählung der berühmten verstoßene»Eleonore von Frankreich ^an den ersten englischen Plantagenct,Heinrich II., und blieb bei England bis rqgz. In Languedocherrschten im yte» Jahrhundert die Grafen von Toulouse mit denGrafen von Provence, aber im loten rissen sie auch die Herrschaftder letztem an sich, und im Uten herrschte der berühmte Sänger,Maymund von St. ÄgidiuS, und Asphons gewann durch seineKerheiralhung mit Faydidc, der Tochter Boso's II., Grafenvon Provence, eine» Theil der Länder seines Schwiegervaters. —Die Provence machte sich unter Ludwig dem Stammler unabhän-gig. Der Herzog von Burgund (Nicderburgund) Boso, ließ sich87y zum König der Provence, ein Titel, welcher unter seinenNachkommen in den eines Grasen von Provence verwandelt wur-de, krönen, und dies Königreich, .das von seiner Hauprstadt-Ar-les, das arlctanische, sonst auch das niederburgundische heißt, höchstwichtig für die Geschichte der Troubadours, biühtc'über zwei Jahr-hunderte in dem erquickendsten Frieden. Im uten Jahrhundert(1092) wo mit Boso II. der männliche Stamm abging, fiet einTheil der dazu gehörigen Länder, wie gesagt, an die Grafen vonToulouse, und der andere, durch Vermählung der zweit-» TochterDouce an den gefeierten Grasen von Barcelona, Raymunb Be-rengar (vorher IV. jetzt I.). Um und neben diesen politischenSternen erster Größe welch' eine Menge kleinerer, Grafen, Bitz-thume, Barone, dem Namen nach abhängig von den größer« , derThat nach aber in ihrem Bezirk völlig unabhängig und selbstherr-schend. — Wenig, wie gesagt, erfuhr der Süden Frankreichsvon den erschütternden Kriegen des übrigen Europa. In die rit-terlichen Feste der Provence klang bisweilen das ernstere Waffen-geräusch einer Privatfehde zwischen mächtigen Baronen, oder auchder, hier jedoch schon weder sonderlich heftige »och häufige, Anfalleines normännischen oder maurischen Streifzugs. Außerdem riefhöchstens der Wunsch nach Abenteuern oder der Kriegsruf fremderLänder mitunter die provenzalische Ritterschaft auf die Schlacht-felder der übrigen Christenheit. So, um die beiden wichtigstenPunkte anzuführen, einmal, der Hülferuf des Königs AlfonS VI.von Castilien, dem viele Ritter des südlichen Frankreichs folgend,an der Seite des einzigen Spaniers, des Eid, Toledo 1085 amugsten Mai von den Mauren erobern halfen , und dadurch iu diefolgenreichste Verbindung mit arabischer Cultur kamen; und danndie Kreuzzüge, deren erste Anregung selbst im jüdischen Frank-reich, in Clermont, durch den trefflichen Kirchensürsten, PapstIsrban VII. (1005) geschah, eine Erscheinung, die, wie für dasganze damalige Europa entscheidend, ihre Wirkung auf die Pro-vß«ce nicht verfehlen konnte. Ei» einziger Krieg ist in den ge-