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Zenhter Band. To bis Z.]
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Troubadour

segneten Fluren der Provence gekLmpft worden, hat aber freilichauch die herrliche Blüthe der Provence begraben, und die zartePflanze ihrer Poesie so zertreten, dqß sie nie wieder ausblühenmochte — der unselige Areuzzug wider die Aibigenser im Anfangdes izten Jahrhunderts, wo das alte Haus der Grafen von Tou-louse zu Grunde ging, und die ganze Provence mit Greuel undMordscenen angefüllt ward. So bietet uns die Geschichte des süd-lichen Frankreichs vom yten bis zum izten Jahrhundert da«freundliche Bild eines unter den verheerenden Stürmen, die Eu-ropa zergeißclten, ruhig und heiter da liegenden Eilandes dar;einer Pflanze, die in üppigen Boden gepflanzt, wundervarlichvon allen Seiten gehegt und geschirmt, üppig und lüstern empor-wachst, aber freilich darum auch dem ersten rauhen Nordsturme er-liegt. Es sollte und konnte das Volk in diesem Himmelsstricheund Lande nichts anders seyn, als ein spielendes Kind, und alssolches hat es der wunderbare Geist der Geschichte auch immer ge-pflegt und behandelt, bis er, des lieblichen Spielzeugs überdrüs-sig, es mit einem einzigen Zuge seiner allmächtigen Hand zer-drückte. Wie es bei Kindern schon der Fall ist, welchen Lieseder schönen Anlagen fehlt, daß sie frühzeitig reis werden, so se-hen wir die Provenzalen frühzeitig und früher als ihre Nachbarnihr« Eigenthümlichkeit entwickeln. Reichthum und Fruchtbarkeitdes Landes, äußere Ruhe, dies die Basis dieser Entwickelung, undbefördernd schloß sich daran die Leichtigkeit, mit Spanien, Afrikaund Italien auf dem Mittelländischen Meere von der Provenceaus in Berührung und Verbindung zu kommen, «»gemein bil-dend für dir Provence wurden besonders die Zeilen RaymundBercnsars I-, unter welchem ein Theil des Königreichs Arles mitBarcelona und Katalonien vereinigt wurde, und, dahin provenza-- lisch« Poesie verpflanzend, sie bereichert zurückerhielt. Der ei-genthümliche Geist des Mittelalters, Ritterlichkeit, bildete sichwohl in der Provence am frühsten, aber zugleich auch in der weich-sten Form >uus, und was wir Spielendes, Tändelndes, Idylli-sches Lei der Ehevaleris überhaupt antreffen, das kann man füg-lich als den Provenzalen nachgeahmt ansehen, wenigstens war eshier nicht nur am frühsten da gewesen, sondern such offenbar das-jenige« wodurch sich als durch ihre unterscheidende Eigenthümlich-keit die proyeyzalische Ritterschaft auszeichnete. Nirgends istConrtoisie und Galanterie, diese lieblichen Aicrrathen der Cheva-lerie, so selbflständig und ernsthaft aufgetreten als hier, und wirdürfen uns nicht wundern, wenn Friedrich der Rothbart inDeutschland, Richard Löwenherz in England, Alfons II. in Ara-gon die provsnzalischen Ritter an ihre Höfe zogen, um in ihnendie rechten ritterlichen Ceremonienmeister zu haben. Die Provenceist das Land der Gerichtshöfe der Liebe (s. d. Art.), und außerden Untergerrchtshdfen dieser Art, so zahlreich als die Burgen derNitzthume und Barone, gab es ja selbst vier beständige 6our,ü'snivmr, zu Picrreseu, zu Romagny, zu Aix und zu Avignon.Der königliche Hof in der Provence, zu Arles, von Boso I. an,zwei volle Jahrhunderte hindurch war der Schauplatz der arnyu-thigstsn Chevalsrie, der Mittelpunkt alles, heiter», romantisch«spielenden Ritterlebens, und die Zusammensetzung der Hofhaltungaus Ritter», Troubadours, Jongleurs mit ihr-m maurische» Er-zählern und Possenreißern, in Sachen der Courtoisi» entscheide»-