Troubadour' rr»
als arabischen Ursprung«, in der That aber, als der neuen Poesseüberhaupt nothwendig anerkannt ist, ausgebildet. Zm Reim undder ihm sich anschließenden neuern Metrik haben die Provenzalengewiß nicht bloß das Verdienst, die ersten gewesen zu seyn, diedavon Gebrauch machten, sondern Luch überhaupt der bestimmtenForm, in welcher fortan Reim und Metrik in dem ganzen Umfangder Romantik auftraten, die Richtung gegeben zu haben — viel-leicht der einzige bleibende Einfluß, den ihre Poesie sich aneignendarf. Aber wie so ganz ihrer Individualität gemäß haben sier.iä t Reim und Metrik angewendet! Sie haben sich fast nie überden einfachen Zamben, den sie grüßtentheils aus Bequemlichkeitan d>n ungleichen Stellen gar oft mit dem Trochäus, Pyrrhi-chius und Spondeus vertauschten, erhoben, und wenn sie in ihrenzeyniplbigen Versen, den gewöhnlichsten, nur die Cäsure» und dieSchluss.; !>e gehörig betont hatten, so kümmerten sie sich wenigum das Maß der übrigen Sylben. Wie konnten improvisirende,in ewi.-er -priterreit schwebende Dichter das Peinliche einer festerg-regeHen Metrik sich aufbürden lassen? Aber desto geneigter ge-stimmt fühlten sich die lieblich Spielenden für das WechselvoileG.-i.l mit dem Reim in seinen künstlichsten Verschlingungen. Wirfinden in ihren Stanzen nicht nur denselben Reim oft durch einelange Reihe von Versen sich wiederholen; nicht nur dasselbe Reim-wort am Schlüsse des zweiten Verses gar künstlich wiederkehren;höchst mannichfaltige Verschlingungen her Reime in Terzinen, undandern Reimarten spielen der bestimmten Anordnung in Petrar«cha's Canzvncn und Sonetten deutlich vor, und geben den Dich-tungen der Troubadours den bunten Glanz, das klingelnde Tö-nespiel, das Kindern so sehr lieb und allen eine freundliche Zu-gabe des Heitern und Fröhlichen ist. — Mit diesen Mitteln se-hen wir den Troubadour, rbie es nun gar nicht anders zu erwar-ten ist, auch wirklich kein anderes Gebiet der Poesie betreten,als das der lyrischen. Kaum eine Spur des Epischen; fast kein«Ahnung von der Romanzendichtung des Spaniers; überall ist derDichter nur mit dem Zustande seines Gemüths beschäftigt, undstatt zu erzählen, gibt er seine gemüth- und gefühlvollen Re-flexionen über das bewegte Leben, das ihn umgibt, und oft selbstin Kampf und Tod mit fortreißt. Was wir von Poesien derTroubadours haben, sind Wettgcsänge (tensons), Satiren (8ir-vovtes), und bei weitem die größte Anzahl, Kriegs- und idylli-sche Liebes - und LebensÜcder (sou)s» , 1,si; , ?.isronro1!e»,flüües (Morgen-) Leneumles (Abendständchcn), RetroliÄiixes undüeüonäes, die letztern durch mühsam und künstlich eingeflochtencyRefrain ausgezeichnet). Und die Lyrik der Troubadours ist dabeinicht j?ner königliche Aar, der zur Sonne triumphirend auffliegt^sondern die heitere Nachtigall, die jetzt in langgezogenen LLnei?der Sehnsucht und des Verlangens, jetzt im heitern Schmettert?der vollsten Lebenslust unter dem schattigen Gebüsch fröhlich undsorglos umherflattert. Keine Ode, kein kühner Aufschwung derPhantasie wie'im Dante; größten theils nur heitere Naivetät',mitunter Lüsternheit und ungezogene Üppigkeit, alles Ab- untzAusdruck des heitern, wollüstigen Lebens der Provence.' Weni?wir denn nun hiernächst den Troubadour zum Feste mit der Hqrfswandern sehen, wo er den fröhlichen Kreis der Ritter und Frauej?zu heiterm Lebensgenuß versammelt, und die beiden mächtiDess