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Troubadour
Götter der Erde, Bacchus und Eros, der fröhlichen Erscheinungder Muse schon lange harrend findet — freundlicher Empfang ver-kündigt dem Eintretenden die Offenheit der Gemüther für seinefreundliche Gabe, nnd Ritter und Damen wenden sich begrüßendzu ihm, hoffend, in seinem Lied den hellen Wicderschein und dieverklärende Echo ihrer innerlichen Kreudengesänge, oder in seinemWettstreit ein treues, veredelndes Bild ihres zärtlichen Lieberin-gens zu vernehmen; wenn wir selbst Ritter und Damen, Königeund Fürsten und sie gerade vornänrlich als Dichter erscheinen, unddie heitere Kunst fei xs; sastm) in gewandter Anstrengung übensehen; wenn an die heitere Erscheinung des B-.chters sich der mit-unter zünnlich faunische Haufe der Jongleurs (stoorlatoies), Gauk-ler und Possenreißer anschließt, und so ein lyrisches Drama, einTriumphzug des Bacchus unbeabsichtigt sich vor die Augen stellt;wie leicht begreifen wir da, daß der Troubadour, zumal in seinergroßen Entfernung von allem Wissenschaftlichen, nur den Augen-blick des Beifalls festhalten, in seinem persönlichen Auftreten seineUnsterblichkeit-finden, aber nicht daran denken konnte, durch deninnern Gehalt seiner Lieder auf die Nachwelt kommen zu wol-len! — Auch die Poesie der Troubadours hatte ihre Perioden derKindheit, der -Blüthe und des allmähligen NerwelkeNs; aberwundern darf es uns nicht, wenn wir sehen, daß Wesen und Ge-halt ihrer Gesänge, vom ersten bis zum letzten Dichter, sich bei-nahe durchaus gleich bleibt, sp daß, wenn wir eins ihrer Lieder«diesen haben, es schier so gut ist, als hätten wix sie alle gelesen.Aber reichere und anziehendere Resultate ohne Widerrede muß dieLebcnsgeschrchte der Troubadours liefern, und in so fern sind dieArbeiten eines Nsstradamus und Crcscimbeni unser« BedünkenSsehr lesenswerth, die freilich nach der Meinung der neuern Kriti-ker in ihren Biographien der Prvvenzalen viel Fabelhaftes gege-ben haben, was indeß der schaale Willst in seinen Auszügen ausden Sammlungen von St.Palaye vollkommen genug ausgeschieden hat.Wir bekennen, daß wir unä beim Lesen des Werks von Nostrada-wu«, bearbeitet von Erescimbcni, von seiner historischen Wahrheittm Allgemeinen aus Gründen einer HLHern Kritik überzeugt undfreilich vieles ganz natürlich gefunden habe», was bei unnationa-jer Ansicht der Provenzalen fabelhaft erscheinen mußte. — DiePoesie der Troubadours, wie sie im Fortgang der Zeit immer ge-meiner «nd gemeiner wurde, sank nicht selten zu bloßer Gaukeleiund Bänkelsänger« herab, und wußte so auch manchen Spottund Hohn erfahren, worüber die edlern Sänger -sich oft genugbitterlich klagend vernehme» lassen. Allein sie glänzte unstreitigauch recht sehr lieblich am Hofe zu Arles, und zwar unter demGrafen von der Provence, Bercngar III. im inten Jahrhundert— die eigentliche Zeit ihrer Blüthe. Rennen wir mm noch dieNamen einiger der merkwürdigsten Troubadours, über welche kei-ner berufener geurtheilt hat als Gimonde Sismondi, in seinernur etwas zu breiten und desuitorischcn Manier, im ersten Theileseiner Literatur des südlichen Europa. Zuerst königliche und fürst-liche Sänger. Den Zug beginn: der als Dichter und Held gleichhosühmte Wilhelm IX-, Graf von Poitsu, und Herzog von Lqui-stzins (gob. zugleich der erste berühmte Troubadour, und
jhM schließen wir die auswärtigen Fürsten und Herren, die, wieM Mt Weine« des Süden ihre Tafel» schmückten, so auch