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Zenhter Band. To bis Z.]
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Truchseß Trüffeln 12z

die ausländische Frucht der galanten Dichtkunst gern an ihrenHöfen reifen sahen: Kaiser Friedrich L. Barbarossa; König,Richard Löwenyerz in England mit seinem berühmten auch pro»venzalilch dichtenden Minstrel Blondel, der ihn nach der schönenFabel durch den Zauber des Gaitenspiels aus dem Gefängnis be»freite; die Könige AlfonS und Peter von Aragon; undeine Menge Fürsten und Grafen in Spanien, Frankreich und Ita-lien. Welcher andere Grund aber, als der der Berühmtheit Lurchihre Schicksale kann uns bestimmen, aus der übrigen Menge vonmehr als soo Troubadours, deren Namen und Gedichte noch übrigfind, einige vor den andern zu nennen? Wir führen noch an r.Sordello von Mantua, berühmt durch seine mährchcnhast vcr»zgrLßerten Ritterthaten und Dantes Lobspruch; Pcyrols, dtdglückliche und unglückliche Diener der Schwester des Dauphins vonAuvergne, der Gemahlin des Barons von Mercoeur; Wes-trand de Born, in Richard Löwenherzms romantische Schick-sale verschlungen; Arnald »Gen Maraviglia im Dienste derhohen Frau von Beziers, der gefeyertste Troubadour und tapfersteRitter. Wer kennt den zuletzt genannten nicht aus der Sänger-liebe unsers Fouque, voll provenzalischen Geistes und in dem wiederausgefrischrn Motto: ä Dien irioi, -uns, rnn vis »n rc>i, ir,mrcoeni ->ux chriine», 1 'Iionneur pouv moi, die Leerheit wie denReichthum provenzalischex Ritterlichkeit treffend genug bezeichnend?— Ist nicht etwa gar dieser unermüdete Singvogel Berlins denlieblichen Olivenhainen der Provence entflogen — wir wissen eSaus seinen Rorderhelden, daß er schon durch mehrere Ahnen inDeutschland eingebürgert ist — und singt nun selbst im Nordenseine liebliche provenzalische Weise? Und — dürste so auch ihnmanche tadelnde Bemerkung treffen, bse wir im Laust unsrer Ab-handlung den Troubadours anheim gaben, möchte er sich nicht ebenso gut, wie sie, darüber mit dem lebendigen Eindruck des Augen-blicks trösten können, den seine Lieder, wie keine andern zu ma-chen gewohnt sind? — iVl. s. r.

Truchseß (lat. -Dxiker), imMittekaltcr ei» vornehmer Hof-beamter (am alten französischen Hofe Eenescholl, und gegenwärtigan mehrern deutschen Hofe» der Lberkückenmeister), der über Kücheund Ökonomie eines Hofes die Oberaufsicht führte, bei feierlichenGelegenheiten die erste Schüssel auf die Tafel seines Herrn trug,und sie demselben präfentirte. Don dieser letzter» , ceremoniösenVerrichtung erhielt er seinen Namen (trug's Essen). Nach derehemaligen deutschen Reichsverfaffung hatte der Churfürst vo»der Pfalz da« Erz-Lruchsessen-Amt (s. Erzämter und Erb-amter). — Aas alte rcichsgräfliche, jetzt in mehrern Ästen inSchwaben fürstliche, in Preußen bloß als gräflich, fortblühendoHaus der Lruchsesse von Waldburg, bisweilen auch bloßTruchseß genannt, hatte schon in frühern Zeiten bei den schwä,bische» Kaisern die Truchseffen-Würde, und erhielt im I. 1525von Karl V. dasBorrecht, sich Nei ch s-Erb-T ruch seß zu nenne»,

Trüffeln (stanz, rr-ukss; ital. »i-nissi) sind kleine, runde,mit einer runzlichen Haut oder Rinde überzogne, und daher rauhanzufühlende Schwämme, welche unter der Erde wachsen. Sitzsind inwendig callös, mit vielen schmalen Canäleft durchschnitte»,wodurch kleine Zellen oder Fächer gebildet werden, in denen di?Saamenkörmr liegen. Man findet die Trüffeln in Frankreich,