Sisü Trunkenheit
erregt werden (s. d. Art. nakotisch), allein theils geschieht Lieswieder auf einem andern Wege, theils tritt der von den narkoti-schen Mitteln erregte Zustand auch auf andere Art und Weise einund hinterläßt auch verschiedene Folgen. Die Trunkenheit trittallmählig ein, und kann in verschiedenen Graden Statt finden.Der Weingeist ist nämlich ein auf die Nerven des Herzens undder Arterien direkt und erregend wirkendes Mittel; anhaltend undin großer Menge genossen, beschleunigt er also die Funktion desgesummten arteriellen Systems, erregt einen zu schnellen und st-r-mischen Umlauf des Blutes, Anhäufung desselben im Gehrrn, zuschnelle Absonderung des Nervenäthers in den Neroenscheiden so-wohl als im Gehirn selbst. Daher gehen zwar anfangs alle Ver-richtungen des Körpers, welche von dem Blutsystem abhängen, ra-scher und leichter von Statten, allein dieser Zustand kann nicht vonDauer seyn, weil die aufgeregte Blutrnaffe endlich die Rerveufunc-lion unterdrückt. Es entsteht nämlich im Gehirn und dessen in-nersten Organen ein Überfluß an Nervenäther, welcher weg n derübereilten Absonderung aus dem Blute von geringerer Qualitätund heterogener Beschaffenheit ist, und anstatt der normalen, or-dentlichen Funktion der Se-lenorgane eine verworrene und unrich-tige verursacht, wodurch selbst endlich die Thätigkeit dcr Seele un-ordentlich, die Klarheit des Selbstbewußtseyns getrübt wird. DieSeele verliert daher allmählig die helle Übersicht ihrer eigenenThätigkeit, die Herrschaft über dieselbe und die Besonnenheit derVerhältnisse der Außenwelt. Der physische Zustand kann dabeizwar lange bestehen, weil die Naturkraft sich selbst wieder hilft,entweder schon gleich anfangs den ihr aufgedrungenen, sie über-mäßig reizenden deterogenen Stoff auswirft, oder den erregtenWirkungen, der übermäßigen Blutbewegung, der Kongestion imGehirn, der übermäßige» Absonderung des Nervenäthers ebendurch heftige Bewegungen und Reactionen wieder abhilft, wodurchdie Blutstockungen zertheilt, das Übermaß von Rervenäther verzehrtund die Erregung erschöpft wird, worauf gewöhnlich Stillung desTumults erfolgt, daö vorige Gleichgewicht der Funktionen und dieRuhe in einem tiefen Schlafe wieder zurückkehren. Daß indessendiese stürmische Unordnung lm Lörpcr auch schädliche Folgen habenkang, läßt sich leicht aus deÄ» Wirkungen auf das Gehirn und«uf das gesummte Nerven- und Blutsystem schließen, und lehrtauch die tägliche Erfahrung. Im Anfalle der Trunkenheit selbstkann Schlagfluß erfolgen (s. d. Art. Schlagfluß). Öftere Wieder-holungen derselben zerrütten aber allmählig das Gehirn in seinerfeinsten Organisation, machen das Seelenorgan, besonders die Or-gane des Bewußtseyns Und, des Gedächtnisses unfähig zu der Aus-übung ihrer Funktionen Und geben den Nerven des Ganglicnsy-stems eine unvekhättnißmäßige Übermacht über das Ccrebralsystem.Daher entsteht bei solchen Menschen Muskelschwächs und Zitternder Glieder, Vergeßlichkeit, Dummheit, Stupidität oder Anlagezum Wahnsinn. Die Trunkenheit hat verschiedene Grade, nachwelchen sich auch die äußern Erscheinungen derselben richten. Imersten Grade ist der Mensch was man wcinwarm nennt. Die Cir-kulation des Blutes ist zwar um etwas lebhafter, so daß die Er-zeugung der Warme, so wie überhaupt beinahe jede Funkifon kreierund leichter von Statten geht, doch noch nicht bis zum Übermaß,ss daß sie noch nicht Congestion in den Lungen oder ,'m Gkhir»