i2ß Tschc-rning Tschirnhausen
pen, sind in dem Winkel, den die Donau und die Theiß bei ihrerBereinigung in der ungarischen Kespannsch.sst Bacs machen, an-sässig, und bilden ein Bataillon, das aus ungefähr 1100 Köpfenbestehen soll. Ihre Waffen sind Flinten, Musketonen, Säbel undLanzen; die Wunden, welche mit den letzter« gemacht wer'sn, sol-len sehr gefährlich seyn. Diese Lschaiken sollen zur Beschützungder Donau, bave und Theiß gegen die Unternehmungen der Tür-ken dienen; Prinz Eugen machte in seinen Feldzügen einen vsr-theilhafden Gebrauch davon.
Tfcherning (Andreas), ein ausgezeichneter deutscher Dichterdes i7tcn Jahrhunderts, geboren den ihren Nov. 1611 zu Bunz-kau, studirte zu Bresiau und Rostock, ward daselbst 1644 Profes-sor der Dichtkunst, und lebte bis zum 27sten Gept. 1659. Tscher-ning war als Dichter für sein Zeitalter sehr achtungswcrth, vor-züglich glücklich war er in dichterischen Schilderungen der Naturund des Menschen. Eine starke, kraftvolle Sprache und treffendeBilder zeichnen seine Gedichte besonders aus. Doch hat er inWendungen, Ausdrücken und Gedanken Opihen häufig nachgeahmt.Er hat einen Frühling und Sommer deutscher Gedichte u. s. w.geschrieben. Mehreres des Vorzüglichern aus seinen poetischenSchriften hat Eschenburg im Zten Bande zu Zackariä's auserlese-nen Stücken der besten deutschen Dichter ausgezeichnet. Von sei-nen Sinngedichten gab Ramler unter der Aufschrift: Wcrnicke'sÜberschriften, nebst Opitzens, Tschernings, A. Gryphius und A.Olearius epigrammatischen Gedichtes, (Leipz. 1730, 8.) die bessernheraus.
Tschirnhausen (Ehrenfried Walter von), Herr zu Kislings-ivalde und Stolzenberg, einer der berühmtesten Mathematiker undNaturforscher, stammte aus einem alten gräflichen Geschlechte inBöhmen, und ward den roten April 1651 zu Kislingswalde in derOberlausitz geboren. Sein Lieblingsstudium war von Jugend andie Mathematik, auf die er sich zu Lrydcn mit großem Fleiße legte.Achtzehn Monat- war er seit 1672 als Volontäre in holländischenDiensten, durchreis'te dann Frankreich, Italien, L-icilien und Malta,und hielt sich in Deutschland besonders am Hofe Kaisers Leopold I.zu Wien auf. Überall beschäftigte er sich mit den Wissenschaften,vorzüglich mit der Mathematik, und als er iö82 zum drittenmaleParis besuchte, ward er daselbst in die Akademie der Wissenschaf-ten aufgenommen. Von da begab er sich wieder nach Holland,tjstd dann auf seine Güter in Sachsen. Er Mug mehrere Ehren-stellen aus, um ganz den Wissenschaften leben zu können und starbden itten Octvber 1708 an Gteinschmerzcn, als chursächsifcherRath. Tschirnhausen war als Naturforscher, Mathematiker undPhilosoph ein sehr verdienstvoller Mann. Durch seine mechani-schen und optischen Kenntnisse brachte er die größten Brennspiegelzu Stande, von denen man weiß, und womit er den MagnetsteintnEisen, Asche und Erdgewachse in Glas verwandelte, und Sachen,die im Wasser lagen, anzündete. Bekannt ist die von ihm entdeckteTrennlinie (Hünen restecrionis) oder kaustische Linie, beten Eigen-schaften aber von idm, weil er dieDlfferenziaflechnung sticht schätzte»tncht <0 genau als von den Gebrüderst Jacob und Johann Ber-twulli bestimmt worden sind. Er errichtete hie' erste!, Glashütte«jn Sachsest, und soll auch eine Art Porzellan zu machest angegebenhabest. Leinest Ruhm ais philosophischer Setbstdenkcr gründete er