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des ermordeten Königs Eduard V.), welche an Heinrich verlobtwar, zu heirathen, und auf diese Weise die Krone auf seinemHaupte desto mehr zu .befestigen. Dieser Vorsatz des grausamenWüthrichs mußte den Grafen von Richmond, der durch das Miß-lingen jenes ersten Versuchs nicht inuthlvs gemacht war, noch mehrsn seinem Entschlüsse bestärken, der Gewalt des Usurpators einEnde zu machen, und sich der Krone und der ihm verlobten Brautzu versichern. Er landete deßhalb,.von Frankreich unterstützt', miteiner kleinen Armee zu Milfordshaven (im Aug. 1485) besiegte sei-nen Nebenbuhler, welcher auf dem Schlachtseide blieb, den iezstenAug, in dem Treffen bei Bosworth in Lincoloshire, und bestieg(143g) als Stifter des königlichen Hauses Tudor unter dem Na-men Heinrich Vll- den englischen Thron, ohne darauf für seineP.erson ein Recht zu haben; denn von dem Rechte seiner nachheri-gcn Gemahlin, der Prinzessin Elisabeth, machte er keinen Gebrauch,theils vielleicht, weil er keine sichere Kenntniß von dem Tode deseinen iyrer Bcüd-r hatte, der, wenn er noch am Leben gewesenwäre, natürlich ihm hätte vorgehen müssen, theils aber wohl haupt-sächlich darum, weil er noch nicht mit Elisabeth vermählt, undauch selbst zu herrschlristig war, um nurMitregent seyn zu wollen.Durch diese Vermählung 1486 vereinigte er die weiße und rotheRose, und beendigte den öffentlichen Kampf, obgleich die innernUnruhen, welche besonders von Kronprätendenten veranlaßt wur-den, noch seine ganze Regierungszeit hindurch fortdauerten. In-dessen verlor sich unter ihm die durch innerliche Kriege so sehr ge-nährte Sittenlosigkeit und Rohheit; Ackerbau, Handel, Gewerbe,besonders die Vchifffahrt blüvten wieder auf, die Gesetze wurdenverbessert, und mit Recht zählen die Britten Heinrich VH. unterihre größten Könige. Sorgfältig vermied er alle Theilnahme anden auswärtigen Angelegenheiten, well ihm zunächst daran lag,den mächttgenAdel seines Reichs zu schwächen, und jedes neueLufwo-gen einesBürgerkriegeS zu dämpfen. Er regierte beinahe mit un-umschränkter Gewalt, nur litt das Ganze durch seine Geldbegierde,womit er für seinen Sohn Heinrich VIII. (150Y—1547) einen be-deutenden Schatz zusammensparte. Dieser launenhafte, eigenwilligeFürst befestigte während des langen KamxfeS zwischen Spanienund Frankreich die unumschränkte königliche Gewalt in England,um sich so einen stärker» Einfluß auf die äußern. Angelegenheitenzu sichern. Dock ließen ihn seine Minister, der Erzbischof von Bork undKardinal Wolsev, nicht den thätigen Antheil an dem Kriege zwischenKarl V. und Franz I. nehmen, wodurch England einen bedeuten-den Zuwachs an Macht sich hätte verschaffen können, und Wolseyzog ihn 1525 von Karln ab auf Franzens Seite, weil Karl demmächtigen Minister nicht zur Papstwürde verhelfen hatte. Hein-rich Vlst. verband sich jedoch 1544 wieder mit dem Kaiser gegenFranz I., weil dieser für seinen Enkel um die reiche Erbin Schott-lands, Maria, geworben, und sie dem Prinzen Eduard von Eng-land entzogen hatte. Gegen Luther schrieb Heinrich VHI. seinBuch <ie septcnt k-rcrarne-itis, dessen wahrer Verfasser aber Wol-let) seyn soll. Der Papst ertheilte indessen dem königlichen Schrift-steller dafür den Titel: Beschützer des Glaubens (äekensor Käei),ohne zu ghnen, daß Heinrich sich und sein Reich der Abhängigkeitvon: römischen Grüble entziehen würde. Dies geschah, als derPapst nicht in die Ehescheidung des Königs von seiner ersten Ge-