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Zenhter Band. To bis Z.]
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Tudor lzz

mahlin, Katharina von Aragonicn, der Wittwe seines Bruders,willigen wollte; eine Scheidung, welche Heinrich weniger wegender Gewissensbisse über die blutschänderische Ehe, als wegen desEindrucks' wünschte, welchen Anna Boleyn'S Reize auf ihn ge-macht hatten. Der neue Erzbischof von Canterbury, Cranmcr, bisdahin Professor der Theologie zu Cambridge, rieth dagegen demKönige desto eifriger zur Auflösung der Ehe, um sich in dessenGunst zu befestigen. Mehrere theologische Gutachten von auswär-tige» Universitäten waren gleicher Meinung. Heinrich VIII. ver-mählte sich daher (rgZp) mit Anna Boleyn (der Mutter der nach-folgsndtn Königin Elisabeth), der Papst belegte ihn aber mit demBann, worauf der König die gänzliche Trennung von dem Papstebeschloß; doch sollte derKatholicismus in England nicht abgeschafft,die Reformation nicht unternommen, sondern bloß ihm, dem Könige,als dem höchsten geistlichen und weltlichen Oberhaupte in Eng-land, der Supremntseid geleistet, und das ganze Mönchsthumim Königreiche abgeschafft werden (15Z4). So trennte sich dieanglikanische Kirche, aber unter blutigen innern Explosionen,von dem römischen Stuhle. Viele tausend Klöster wurden einge-zogen und ihre Güter verschwendet. Die edelmüthigsten Männerbluteten auf dem Schaffst, und erlitten den Feuertod, sobald sieeiner andern religiösen Ansicht folgten, als ihr polemischer König.Bei der Vermählung mit Anna Boleyn war Cranmer an Wol»sey's Stelle getreten, und er behauptete sich 14 Jahre lang durchFestigkeit und Klugheit auf dem Posten des ersten Ministers.Noch öfter wechselte Heinrich VIII. (s. d. Art.) seine Gattinnen.Übcrdrüßig der Reize der Anna Boleyn, ließ er sie (lytcn Mai1536), ohne sie der beschuldigten Untreue überführen zu können,enthaupten, um sich sogleich darauf mit Johanna Scymour zuvermählen, die ihm seinen Nachfolger Eduard VI. gebar. Dieviexte Gemahlin, eine Prinzessin von Eleve, verstieß er (1540), weilsie ihm nichr gefiel; die fünfte, Katharina Howard, eineRichte.deSHerzogs von Norfolk, ward (1542) wegen ihrer Ausschweifungenvor und nach der Vermählung mit dem Könige enthauptet; undnur die sechste, Catharina Parr, die Wiitwe des Lords Latimer,überlebte ihn als Wittwe: Im Jahre 1542 Nahm er den Titeleines Königs von Irland an. Ihm folgte sein Sohn Edu-ard VI. (1Z47 —I55Z), während dessen kurzer Regierung unterCranmers Leitung sich gereinigter« Begriffe, jedoch ohne alle Be-drückung, in England verbreiteten. Dieser Geist der Duldungwürde fortgedauert haben, wenn nach Eduards Testamente die edleJohanna Gray, die Enkelin der jünger« Schwester Heinrichs VIII-,die mit dem Sohne des Herzogs von Northumberland, dem Gra-fen Dudlei, vermählt war, ihm auf dem Throne gefolgt wäre.Denn Eduard hatte seine Schwester Maria, Heinrichs VIII. Toch-ter, von der aragonische» Prinzessin, wegen -ihres Haffes gegen denProtestantismus von der Thronfolge ausgeschlossen; diese wardaber von dem Geheimenrathe, der Armee und der Stadt Londonrzgz als Königin anerkannt. Sie ließ d°n Herzog von Northum-berland, und bald darauf Johanna Gray und deren Vater undGemahl auf dem Blutgerüste sterben, und vermählte sich (25stenJul. 1554) nut dem Erzherzoge Philipp, dem Sohne Karls V.und künftigen Erben von Spanien. Die Reformation ward unterblutigen Scenen in England beschränkt, und der Katholicismus