rzZ Tugendbund
darum nicht, weil er weder Grade hatte, um nach und nach mitden Zwecken und Beschäftigungen des Vereins bekannt zu werden,nach Zeichen, an welchen die Mitglieder sich außer der Gesell-schaft erkennen möchten; eS wurden vielmehr jedem, der sich zumBritritte meldete, wenn man ihn sanft für würdig hielt, so wie .jedem, den man dazu einlud, die Statuten vor der Aufnah-me zur Einsicht und Prüfung vorgelegt; und wenn er dann noch ibeitreten wollte, so stellte derselbe bloß einen schriftlichen Reversaus, wodurch er sich verbildlich machte, die Zwecke des Vereins zu ,befördern, die Staiuten desselben zu befolgen und dem in Preußenregierenden Hause Hohenzollern treulich anzuhangen. Es wurdendaher auch nur wirkliche Unterthanen des Königs von Preußenaufgenommen, und die, welche dies zu sehn aufhörten, hörteneben dadurch auch auf, Mitglieder des Vereins zu seyn. Auchstand jedem, der aus irgend einem Grunde nicht weiter Mitgliedseyn wollte, der. Austritt frei, so wie andrerseits der Verein sichdas Reckt vorbehielt, denjenigen wieder auszuschließen, der das im !Revers ausgedrückte Versprechen nicht hielt, oder sich sonst als ein !unwürdiges Mitglied zu erkennen gab. Aufgenommen konnte je- lder gebildete und gesittete Mann werden, ohne Unterschied des !Standes und der Religion; selbst Juden waren nicht unbedingt !ausgeschlossen. Hingegen waren Weiber und Kinder, so wie, solcheMänner, die aus irgend einem Grunde die öffentliche Achtung ver-loren hatten, der Aufnahme unfähig. Da der Verein mit dem jZwecke, die geistige Kraft des preußischen Volks zu beleben und idadurch den physisch-politischen Verlust des preußischen Staats zuersetzen, natürlicher Weise auch den Zweck verband, den preußischen »Staat von dem französischen Joche, das gegen die Bedingungendes Tilsiter Friedens fortwährend auf ihm lastete, zu befreien undin Hoffnung günstiger Ereignisse, die Wiedergewinnung des Ver-lornen vorzubereiten, so durste der Verein eben so natürlicherweisediesen letzlen Zweck in seinen Statuten nicht bestimmt aussprechen, lauch überhaupt nicht mit seiner B-ixksamkeit vorlaut und vorschnellhervortreten, indem die Franzosen nicht nur die vom preußischen .Staate abgerissenen Provinzen, sondern auch den größten Theilder nach dem Frieden zurück zu gebenden immerfort besetzt hieltenund aus alles, was im preußischen Staate geschahe, sehr aufmerk-sam waren. In dieser Hinsicht hatte der Verein allerdings etwasGeheimes an sich; und dies war wohl auch der Grund, warumihn viele, besonders aber die Franzosen , als sie Kenntniß von derExistenz des Vereins erhielten, für eine geheime politische Gesell-schaft hielten. Da nun die Franzosen die feindselige Stimmungdes ganzen preußischen, von ihnen so hart gedrückten und so tiefbeleidigten Volkes sehr wohl kannten; da ihnen ferner die fcindse-lige Richtung, welche der Verein in seiner Wirksamkeit' gegen sie ^nehmen mußte, nicht entgehen konnte: so wirkten sie ihm natür-lich entgegen und suchten ihn auf alle Meise zu unterdrücken. In- -dessen konnten sie. doch nicht verhindern, daß sich der Verein vonKönigsberg aus, wo ex entstanden war und wo sich damals nichtnur der Hof und die Regierung, sondern auch die Vorsteher desVereins befanden, in Ost- und Wxstprcußen, Pommern, Schle-sien und der Mark (wiewohl in der letzten Provinz am wenigsten),bald, und upt-r allen Classen des Volks verbreitete. Als aberher Hof und die Regierung nach 'Berlin zurückgekehrt waren,