Tuilerien 141
des Krieger«, über Landwehr und Landsturm, die späterhin insLeben eingeführt wurden, waren hier schon angeregt und entwickelt»und der General von Scharnhorst hat mehrere hierauf abzwe-ck-nde Arbeiten des Bcreins gesehen., gebilligt und benutzt, ob ergleich für seine Person, als damaliger Stellvertreter des Kriegs-ministers und mithin als Mitglied der preußischen Regierung, dieden Verein unter ihrer Aufsicht hatte, kein Mitglied des Verein«seyn konnte. Durch den Verein wurde daher auch der Hast be-schwichtigt, welcher bis dahin im preußischen Staate zwischen demBürger und Krieger bestanden hatte, und durch den Krieg nochmehr aufgeregt war, weil man den unglücklichen Erfolg desselbengrosttentheils dem Heere, wo nicht im Ganzen, doch dem größerenTheile nach Schuld gab. Die Aussöhnung und gegenseitige Annä-herung dieser beiden Stande der Gesellschaft ist daher ebenfallsdurch den Verein befördert worden, und unstreitig hat der Vereinauch hierdurch sehr viel zu dem glänzenden Erfolge beigetragen,welchen die preußischen Waffen späterhin errungen haben. Übri-gens haben sich zwar auch in andern Gegenden Deutschlands ähn-liche Vereine gebildet, aber nicht als Theile oder Zweige des preu-ßischen Bcreins, der nach den Staruten lediglich auf den noch übri-gen Theil des preußischen Staates berechnet war. Auch versichertder Professor Krug in der vorhin berührten Schrift ausdrücklich,daß der oberste Rakh, so lang er in demselben war, keinen Theilan der Bildung jener Vereine hatte und wahrscheinlich auch spä-terhin nicht gehabt habe. Diese Schrift führt den Titel: da«Wesen und Wirken des sogenannten TugendbunbeSund anderer angeblichen Bünde (Leipzig. I8i6, 8.) undist mit einer andern, zwar anonymen, aber doch das Gepräge hi-storischer Treue an sich tragenden Schrift zu verbinden, die denLite! führt: Darstellung des unter dem Namen des Tu-gendbundes bekannten sittlich- wissenschaftliche»Vereins nebst Abfertigung seiner Gegner (Berlin U.Leipz. i8i6. 8.). Die Statuten des Vereins sind im Für-sten- und Volksfreund abgedruckt, aber ohne Gewähr ihrerEchtheit. Doch scheinen sie in der Hauptsache echt zu seyn.
Tuilerien (nicht Thuilerienz von rüst«, Ziegel, weil ehe-dem an diesem Platze eine Ziegelbrennerei war), das berühmte Re-stdenzschlvß der französischen Monarchen, an dem rechten Ufer derSeine zu Paris. Katharina von MediciS, die Gemahlin Franz II.,sing den Bau desselben 1564 an. Heinrich IV- erweiterte es, undließ die Galerie anlegen, die es mit dem Louvre verbinden sollte,und die er zur Wohnung für 24 Künstler bestimmte. Ludwig XIV.vergrößerte es (1654) und vollendete die große Galerie- Die Fa-rads nach der Seite des Lcmvre besteht aus g Pavillons und 4Hauptgebäuden; die entgegengesetzte Seite hat nur z Pavillons.Zn dem Pavillon der Flora wohnte ehemals Napoleon, jetzt wohntLudwig XVIII. darin. Das Äußere der Tuilerien ist ohne gehö-rige Harmonie, weil zu verschiedenen Zeiten und »ach sehr verschie-denen Riffen daran gebaut worden ist; aber das Innere ist pracht-voll. Die Galerie, welche die Tuilerien mit dem Louvre verbin-den soll, ist an der Seite der Seine vollendet; der unlte Theilderselben besteht aus offenen Bogen, im obern Stockwerk ist dirBildersammlung. Die zweite Galerie, nach dem Platz Rivoli undder Straße Sr, Honorö zu, wurde von Napoleon lüos «ngefane