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Zenhter Band. To bis Z.]
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Lunttn 14z

kett und durch die Ausdünstungen eines Canals, der durch die Stadtgeht, leicht verdorben werden könnte, wird meist dadurch erhalten,daß die Öfen mit wildem Rosmarin, Mastix und andern aroma-tischen Gewächsen geheizt werden. Unter den Einwohnern gibt esdie besten Leinwandweber in Afrika.,, Die Handlung ist beträcht-lich. Man holt von Tunis Korn, Öl, Wachs, Häute, Seide,Straussedern, Pferde und edle Baumfrüchte, welche hier in Mengewachsen. In der Stadt ist kein Wasser, außer was vom Regen-wasser gesammelt wird. Der Hafen ist von der Stadt ziemlichentfernt, und hat vom mittelländischen Meere her, durch den Ka-nal von Goletta einen schmalen Eingang. Für große Schiffe istdieser Kanal nicht tief genug, und sie müssen auf kleinen Fahr-zeugen ihre Waaren nach der Stadt hin- und zurückbringen. Fastalle europäische Nationen haben hier ihre Consuln. Im Jnl. 1723wurde eine französische Escadre hieher geschickt, um die Lunesenwegen einiger von ihren Kapern verübten Ungebührlichkeiten zuzüchtigen. Allein Tunis bequemte sich zum Frieden, versprach Be-strafung der Schuldigen, Ersatz des Schadens, und daß die Kapernicht mehr an den französischen Küsten kreuzen, auch eine Gesandt-schaft nach Frankreich gehen und um Verzeihung bitten sollte.

Lunkin (Lunquin, Lonquin), ein Königreich auf der jensei-tigen Halbinsel Ostindiens, gränzt nord- und ostwärts an China,südwärts an Cochinchina und westwärts an Loos. Der Namebedeutet in chinesischer Sprache so viel als den östlichen Hof,weil Tunkin sonst eine Provinz von China war, und auch in neu-ern Zeiten oft in Abhängigkeit von diesem Reiche steht. In derLandessprache nennen die Einwohner von Lunkin ihr Land An-nam, d. i. Ruhe des Mittags, wegen seiner südlichen Lage inAssen. ES hat 150 franz. Meilen von Osten nach Westen und igovon Südost nach Rordwcstcn. Das Land ist theils eben, theils ge-birgig. In jenem Theil sind viele Canäle, Dämme, Flüsse undSeen; in den Gebirgen findet man Gold, Silber, Eisen und be-sonders viel Kupfer, Die Volksmenge ist sehr groß, aber Städtesind wenig, hingegen viele Flecken und Dörfer, von denen mehrereäußerst volkreich sind. Die königliche Residenz, welche Kachooder Kecho heißt, liegt an einem zur Handlung sehr bequemenFluß. Der König, welcher Dova heißt, hat ein Kriegsheer von140,00a Mann, unter denen io,aoo Mann Reiter sind, und Zgc»Elephanten. Der Oberfeldherr heißt Chova, und seine Stelleist erblich. Diese Soldaten sind besser, als andere ostindische Sol-daten geübt. Sie führen Flinten mit der Lunte (denn Feuerschlös-ser sind bei ihnen nicht üblich), Bogen, Pfeile, Piken und Schilde.Getreide wird in Tunkin nicht gebauet, sondern lauter Reis, derauch die gewöhnlichste Speise ist. Außerdem essen die Tunkinerrwhes Ochsenfleisch und rohe Fische. Sie sind durchgchends starkeEffer. Die Reichen essen täglich dreimal, dem Könige wird aberalle Lage siebenmal, und zwar jedesmal in 140 Schüsseln aufge-tischt. Die kleinen Vogelnester, welche auch nach Europa kommen,werden in Tunkin und im ganzen Orient für überaus wohlschmek-kend gehalten. Die Vogel heißen Chim, und der Wahlgeschmackihrer Nester kommt von dem Calambac, einem Harze, das ausdem Aloebaum tropft. Die Waaren, die aus Lunkin geführt wer-den, sind Firniß, rohe und verarbeitete Seide, Leinwand vonBaumrinde, Perlmutter, Rohr, lackirte Arbeiten, Ebenholz,e°nv. k,r. 4te Aufl. ». 10