Lurenne 14?
Er ging über den Rhein, schlug den Bruder des Generals Merck,und unterstützte die Operationen des Herzogs von Enghien, ward1645 bei Mergenthcim (Marienthal) geschlagen, gewann aber dreiMonate später die Schlacht bei Rördlingen. 164S vereinigte ersich, nach einem Marsche von 150 französischen Meilen, mit derschwedischen Armee unter Wrangel, schlug in Verbindung mit die-sem die Bayern beiZuömershausen, siel in Bayern ein, und zwangden Herzog, um Frieden zu bitten. Als dieser Fürst nachher denVertrag brach, wurde sein Kriegsherr von Lurenne geschlagen, under selbst aus seinem Lande vertrieben. Der bürgerliche Krieg derFronde gegen das Ministerium Mazarins brach 1649 aus, undLurenne wurde zuerst von dem Herzog von Bouillon für die demHofe entgegenstehende Parthei gewonnen. Er ward 1650 von demMarschall du Plessis Praslin bei Rhetel geschlagen, und als Lu-renne nachher gefragt ward: wie er diese Schlacht habe verlierenkönnen? erwiederte er: durch mein eigenes Versehen; den» wennJemand keinen Fehler im Kriege begeht, so ist es ein Beweis,daß er noch nicht lange dabei gewesen ist. Der spanische Hof sandteihm, um ihn zur Fortsetzung des Krieges aufzumuntern, 100,000Kronen, die Lurenne aber, in der Erwartung einer Aussöhnungmit der Hofparthei, zurückschickte. Diese Aussöhnung erfolgte auchwirklich 1651, und Lurenne wurde nunmehr zum General der kö-niglichen Armee ernannt. Sein großer Gegner war der Herzogvon Enghien, nachmals Prinz von Conde, der in spanischen Dien-sten war. Mit abwechselndem Glücke führten diese beid-n Feld-herren den Krieg, bis endlich (m, s. auch den Artikel Lande)Lurenne durch die Einnahme von Dünkirchen und des größtenTheils von Flandern den Kardinal Mazarin in Stand setzte, denpyrenäischen Frieden zu schließen (s. Friedensschlüsse). 165z ver-mählte sich Lurenne mit der Tochter des Marschalls und Herzogsvon la Force, einer Protestantin, von der er keine Kinder hatte.Bei Erneuerung des Krieges mit Spanien 1667 wählte der hoch-wüthige Ludwig XIV. den Marschall Lurenne zu seinem Lehrerin der Kriegskunst, gab ihm den Titel eines Generalmarschalls.derfranzösischen Armeen, machte ihn zu seinem Unlerfeldherrn, umdurch Turenne's kriegerische Talente sich selbst Lorbeeren zu erwer-ben. Flandern und Kranche Comte wurden erobert, und Lurennetrat zur catholischen Kirche (iü6g) über. Die Catholiken stellendiese Religionsveränderung als das Ergebniß wirklicher Überzeu-gung dar; die Protestanten hingegen schreiben sie ehrgeizigen Ab-sichten zu. Voltaire, vielleicht unpartheiischer als beide, sagt:„die Bekehrung Turenne's kann vielleicht aufrichtig gewesen seyn.Das menschliche Herz vereinigt häufig Politik, Ehrgeiz und dieSchwachheiten der Liebe mit religiösen Gesinnungen." Als Lud-wig XIV. 1672 die Eroberung Hollands beschloß, wurde Turennewieder der Oberbefehl übertragen, und er nöthigte 167z den Chur-fürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, welcher den Hollän-dern beistand, den Frieden von Voffen zu unterzeichnen. Lurennebewies sich allenthalben sehr ehrliebend und uneigennützig. AISein General ihm einen Vorschlag machte, durch dessen Annahmeund Ausführung er 400,000 Livres hätte gewinnen können, erwie-derte Turenne: er habe oft Anerbictungen dieser Act ausgeschla-gen, und würde nie sein Betragen ändern. Eine Stadt bot ihmcm Geschenk von 100,000 Speciesthalern an. Um ihn zu bewegen,