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nicht durch ihr Gebirt zu marschiern. „Da Ihre Stadt, erwie-dertrLurenne, nicht auf der Marschroute liegt, welche ich für meineArmee gewählt habe, so kann ich auch ihr Anerbieten nicht anneh-men." Stach der Einnahme von Franche Comte vertheidigte Tu-reniie die Gränzen dieses Landes, ging 1674 bei Philippsburg überden Rhein, eroberte Sinzheim, und schlug die kaiserliche Armee un-ter Caprara und dem Herzoge von Lothringen bis an den Maynzurück. Darauf wandte er sich gegen den Prinzen von Bournon-ville, der mit frischen Truppen angelangt war, besiegte ihn gleich-falls, und verhinderte seine Vereinigung mit der kaiserlichen Haupt-armes. Der Kaiser siel mit einem Heere von 70,000 Mann indas Elsaß ein, und belagerte Breisach und Philippsburg. Lurennehatte nur 20,000 Mann, wurde aber von Conde verstärkt. Somarschrrte er über schneebedeckte Gebirge, und war mitten unterden feindlichen Heere» im Oberersaß, als diese ihn noch in Lothrin-gen wähnten. Er zerstreuete die große Heeresmacht, welche ihmgegenüber stand, ohne eine bedeutende Schlacht, beschützte das El-saß, und zwang die Deutschen, über den Rhein zurückzugehen. DasVertrauen seiner Soldaten zu ihm war fast gränzenlos, und geradedies machte es ihm möglich, so große Dinge auszuführen. DerRuhm, welchen Lurenne sich in diesem Feldzug.e, erwarb, war umso glänzender, da er ganz seinen eigenen Ansichten, und nicht denwiederholten Befehlen des Königs folgte. Allein durch die grau-same Verwüstung der Pfalz befleckte er jenen Ruhm und man mußvermuthe», daß er, in Hinsicht dieser Maßregel, wider seinen Wil-len den Vorschriften des Ministeriums folgte. „Nach der Schlachtvon Sinzheim, erzählt Voltaire, verheerte Lurdnne die Pfalz, einebenes und fruchtbares Land mit Feuer und Schwert. Der Chur-fürst von der Pfalz sahe von seinem Schlosse zu Mannheim zweiStädte und sg Dörfer in Feuer. In Verzweiflung darüber foderteer Lurenne in einem Briese voller Vorwürfe zum Zweikampfeheraus. Der Marschall sandte das Schreiben dem Könige zu, derdie Annahme der HerauHfoderung verbot, und Lurenne antwortetedarauf durch ein unbestimmtes Compliment, welches nichts bedeu-tete. Er pflegte sich gewöhnlich mit Mäßigung und Zweideutig-keit auszudrücken. Eben so kaltblütig ließ er einen Theil derKornfelder des Elsaßes verheeren, um dem Feinde die Mittel zurSubsistenz abzuschneiden, und erlaubte seiner Reiterei, auch Lothrin-gen zu verwüsten. Er wollte lieber der Vater der ihm anvertrau-ten Soldaten, als des Volks seyn, welches nach den Gesetzen desKrieges immer das Opfer ist." Lurenne's außerordentliches Glückveranlaßte den kaiserlichen Hof, seinen besten General ihm entge-genzustellen, und Montecuculi wurde (167z) an den Rhein gesandt.Nach einer Menge der kunstreichsten Manövers, kam es zu einemTreffen, worin Lurenne (den L7sten Julius 1675) durch eine Ka-nonenkugel getödtet wurde (s Montecuculi). Dieselbe Kugel rißauch dem General von St. Hilaire den Arm weg, der seinem Sohn,welcher darüber in Thränen ausbrach, zurief: „ Nicht mich, sonderndiesen großen Mann mußt Du beweinen!" Lurenne'ß Überreste»wurde von dem Könige die höchste Ehre bewiesen. Sie wurden,gleich der Leiche des Connetable du Gttesclin zu Saint Denis bei-gesetzt. Lurenne besaß bei einer rohen und gemeinen äußerlichenErscheinung eine große Seele. Seine Gemüthsstimmung war kalt;seine Sitten warm anständig und einfach. Er war nicht immer