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dehandels wieder her, welche der Abbe Terroy 1772 zerstört hatte;er befreite das Ländchcn Gex von allen unmittelbaren Steuern u.s. w. Niemand übertraf ihn an Thätigkeit. ,,Jn meiner Fami-lie, sagte er, lebe» wir nicht über 50 Jahre; ich habe noch einpaar Jahre vor mir, und mutz nichts unvollendet lassen." Er starb1781 un 4ystcn Jahr« seines Alters. Schon lange vorher hatte erdie Finanzverwaltung, welche er nur 20 Monate lang führte, nie-derlegen müssen. Die Zeit nachher bis zu seinem Tode verwandteer zu literarischen Beschäftigungen. Ludwig XVI. sagte einmalvon ihm: Niemand liebt das Volk, außer Turgot und ich. Sc-härpe schildert Turgot so: ,,Er war ein Mann von einem starkenCharakter, den nichts, selbst am Hofe und unter den größten Ver-hältnissen, von der Rechtlichkeit abwendig machen konnte; unterden Gegenparteien und Unannehmlichkeiten" seiner Verwaltung vonunerschütterlicher Gleichmüthigkeit; dabei von einer arbeitsamenThätigkeit, die keine Krankheit schwächen konnte; er hatte nurzwei Leidenschaften: Gelehrsamkeit und das Glück des Volks."Man hat Turgot und fast allen franz. Philosophen und Gelehrten seinerZeit Schuld geben wollen, daß sie die ersten Urheber der franzö-sischen Revolution wären, und daß besonders seine Neuerungen zuGunsten des Volks das letztere noch auf größere und günstigerebegierig gemacht hätten. Allein auf diese Weise könnte man jedegerechte und menschliche Neuerung mit eben solcher Schuld belasten.Turgot war übrigens ein überaus tugendhafter Mann und einenthusiastischer Freund der Wissenschaften, besonders der schönenLiteratur. Er machte Frankreich auch zuerst mit Ossians Gedich-ten bekannt, übersetzte außer dem Erwähnten gleichfalls aus dem »Italienischen den I'asror ffüo von Guarmi, und aus dem Deut-schen Klopstocks Messias und Geßners Tod Abels. Gedruckt sindvon ihm einige Abhandlungen über das Finanzwesen rc. In sei-nem Äußern war er einfach und angenehm, in großen Gesellschaf-ten etwas ängstlich; aber im Eonseil desto muthvoller. Auffallendwar es, daß er trotz seines frühern Eifers für die christliche Reli-gion und ungeachtet seiner sich gleichbleibenden »«geheuchelten Fröm-migkeit bei reifern Jahren den christlichen Cultus als das Werkeines thörichten Aberglaubens verfolgte.
Turin (ital. Vorino), die Hauptstadt der königl. sardinischenStaaten auf dem festen Lande, und die Residenz des Königs vonSardinien, eine der schönsten und regelmäßigsten Städte Italiens,am linken Ufer des Po, hat eine überaus angenehme Lage in ei-nem weiten Thale, das von der einen Seite mit Hügeln, die mitKlöstern, Schlössern und Landhäusern bebaut sind, umgeben wird.Über den Po führt eine schöne steinerne Brücke. Turin war ehe-mals eine starke Festung, und wurde 1706 von den Franzosen ver-gebens belagert. Jetzt sind die Festungswerke abgetragen und in ,Spatzicrgänge verwandelt; auch hat die Stadt jetzt keine Mauernund nur noch ein Thor (porra nriova) an der Mittagsseite. Tu-rin hat Z2 Hauptstraßen, die alle gerade gehen und sich in rechtenWinkeln durchschneiden. Unter den Häusern gibt es viele Palast-ähnliche, die meisten sind 4 bis g Stockwerke hoch, und aus ge-brannten Steinen gebaut. In mehrern Straßen, besonders in derPo-Straße, welche die schönste ist, bestebt das Parterre der Häu-ser aus Bogengängen, in welchen sich Kaufläden befinden. Unterden sechs öffentlichen Plätzen ist. der viereckigte Königs- oder