Türkis TüMschcs Reich r5l
Carlß-Platz der schönste und größte, mid mit schöne« Gebäu-de» umgeben; die vorzüglichsten darunter sind: die Kirche St.Carlo, das königliche Schloß und das Opernlheater. Das Schloßist von weitem Umfange; die königt. Minister haben ihre Woh-nungen und ihre Bureaux in demselben. Bei dem Schlosse ist einschöner Garten, der zur öffentlichen Promenade dient, und vonwelchem aus man die herrlichsten Aussichten Hot. Pas Universi-tätsgebäude ist ebenfalls ein sehr ansehnliches Gebäude.. Zu derUniversität gehören eine -Bibliothek, eine Sternwarte, ein Ratu-ralievcabinet und ein botanischer Garten. Der jetzige König ver-abschiedete nach seiner Rückkunft (1815) verschiedene Lehrer derUniversität, welches viel Aussehn erregte. Man gibt die Bevölke-rung der Stadt, aber wahrscheinlich zu hoch, auf 7Z,oc>o Menschenan. Für den Handel, und als eine Hauptstraße aus Frankreich«ach Italien, ist die Stadt sehr wohl gelegen. Der meiste Han-del wird mit piemontesiicher Seide getrieben, und es gibt hiersehr wichtige Seidenfabrikcn, auch gibt es Tapeten-, Tabacks-, Por-cellain- und Gewehrfabriken. Doch soll es, wie neuere Reisendeversichern, den Einwohnern an Betriebsamkeit fehlen. Schon inden ältern Zeiten war Turin öfters den Angriffen der Franzpsenausgesetzt. Im I. r?y 6 wurde es von den französischen Republi-kanern erobert, aber am szsten Mai t7yy von den Österreichernund Russen unter.Suwarow wieder genommen. Nach der Schlachtbei Marengo (igvo) kam es wieder in die Gewalt der Franzosenund blieb in derselben als Hauptort des Po - Departements, bises 1814 seinem ehemaligen Herrn, dem Könige von Sardinien,wiedergegeben wurde,
Türkis ist ein versteinerter Knochen eines Thieres und vonhimmelblauer, etwas zum Grünen sich hinneigender Farbe. Dieletztere erhält er wahrscheinlich durch vikriolisches Kupferwasser,das über ihn hinfließt und in ihn eindringt. Man kann künstli-chen Türkis verfertigen, wenn man calcinirteS Elfenbein in einemit Hirschhorngeist gemachte Kupferauflösung legt, und es ei«eWoche in einer gelinden Wärme stehen läßt. 'Das beste Mittel,sie von den echten zu unterscheiden, ist, daß man sie mit einemFedermesser schabt. Die natürlichen Türkiffe geben dann einen feienen Staub, die nachgeahmten aber kleine: Späne. Die erstcn kom-men aus der Türkei, woher sie auch den Namen ,,Türkis" erhiel-ten. Man findet sie auch in Persien. Lange Zeit hielt man siefür Edelsteine und bezahlte sie theuer.
Türken, Türkisches Reich. So benennen die Euro-päer gewöhnlich und ün gemeinen Leben das weite Reich, welche»sich unter der Herrschaft, der. Pforte über die schönsten Gefilde dreierErdtheile verbreitet. Zwar besitzen seine Bewohner für dasselbenoch keinen Eigennamen, doch sollte es wohl genauer das Reichder Osmanen heißen, da die Nation sich n-,ch dem Stifter ihresReichs so nannte, und es noch nicht einmal entschieden ist, ob dieOsmanen wirklich Türken sind. — Die Türken, ein tatarischesLolk, gehören ursprünglich in die Steppen zu Hause, die sichvom Altai bis zum kaspischen See erstrecken; noch jetzt sind dortihre Stammverwandten, die Kirgisen, Buchgren, Usbeken und Lur-kcmancn seßhaft. Ob sie ein und dasselbe Volk sind, welches dieRömer unter dem Name» Turoä kannte», und es zu den Sauro-muten zählon, ist doch sehr zweifelhaft. Ihr Eintritt in die Ge-