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Zenhter Band. To bis Z.]
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152 Türkisches Reich

schichte beginnt erst mit dem 6ten Jahrhundert, wo sie in die be-nachbarten Provinzen der Römer und Pakther brechen, und sichin Khorasa» und Armenien festzusetzen suchen. Seit dieser Zeitfinden wir sie in beständigen Fehden mit Pariern und Römernverwickelt. Späterhin scheinen einige ihrer Horden von den Ara-bern überwältigt, und zur Annahme des Islam gezwungen zuseyn; wenigstens waren sie vom loten bis zum i2ten Jahrhun-dert Kriegsgefährten der Araber, bei welchen sie bald sich aus-zeichnen, und dem Kalifen die Leibwache, dem Heere die Anfüh-rer geben. Zwei von ihnen in diesem Zeitraume gestiftete felbst-standige Reiche siguriren indeß nur eine kurz« Zeit; daS der Ga-zaeckiden in Kborasan entstand um das Jahr 1000, und dauertekaum ein halbes Jahrhundert, das der Seltfchiükiden in Anadoltund Armenien 1055 zerfiel bei dem Andränge der Mongolen insich selbst. — Ob die Osmanen eine dieser türkischen Horden ge-bildet, ob sie, wie einige Geschichtschreiber meinen, von denMongolen abstammen, oder nach Andern Überbleibsel der vor denMongolen geflohenen Cumanen sind, wird wohl ewig unentschiedenbleiben; wahrscheinlich bestand der Stamm aus einem Amalgamsmehrerer zersplitterter und sich unter einem gemeinschaftlichenAnführer von neuem gesammelter türkischer, tatarischer und kau-kasscher Horden. Dieser Anführer hieß Osman I., ein glücklicherKrieger, der sich um die Mitte des izten Jahrhunderts in denGebirgen des Taurus festsetzte, von da in die Ebenen AnadoliSHerabstieg, und 1285 Bithynien eroberte; er nahm hierauf denTitel eines Sultans an, und hinterließ seinen Kriegsgefährtenseinen Namen, der sie von den übrigen türkischen Stammen un-terschied. Er ist der eigentliche Stifter des osmanischen Reichs,und der Stammherr der noch jetzt regierenden Sultandynastie. —Nie erhob sich wohl ein Reich schneller und mit mehrerm Glänze.Gewaltsame Erschütterungen von Innen und Außen hatten denThron von Bagdad wankend gemacht; der von Constantinopel warschon längst in sich selbst zerfallen, und nur schwach der Wider-stand, den Araber und Griechen kühnen verwegnen Abenteurernzu leisten vermogten, die sich einen Namen in der Geschichte zuerkämpfen vorgesetzt hatten. Durch die ersten gelungenen Kriegs-thaten war der Muth der' Osmanen' in wilde Begeisterung über-gegangen, die Religionsfanatismus noch mehr erhöhet«. OsmanSNachfolger gingen unaufhaltsam auf der Bahn fort, die ihnen dergroße Ahnherr vorgezeichnet hatte. Glücklich focht sein jSohnOrchän anfangs als Bundesgenosse der Griechen, dann als ihrFeind, und entriß ihnen 1326 Cappadocien, Nikomedien und Ri-caa; er verlegte seinen Herrschersitz nach Brusa, und ließ zuerstseinen Sohn Solyman über den Hellespont setzen, wo er 1355 inGalipoli festen Fuß faßte. In ihm verehrt die Nation der Os-manen ihren ersten Gesetzgeber, dem sie manche noch bestehendeEinrichtungen verdankt. Roch glücklicher war Murad I., eben sogroß im Felde als im Frieden; seinen Waffen unterlag fast ganzLhracien, Macedonien und Albanien; er nahm 1361 seine Resi-denz zu Adrianopel, nun Edreneh benannt, stiftete den Phalan»der Jvnjitscheri und gab den eroberten Provinzen eine in ihrenwesentlichen Bestandtheilen noch fortdauernde Feudaleinrichtung.Sein Sohn Bayezid 1 . war ein großer Eroberer. Er unterwavden Rest von Anadöli und Griechenland, eroberte Servien, schio-