Türkisches Reich 133
Constantinopel ein, und besiegte bei Nikopolk iZyS dar Heer derFranken und Magyaren, das unter König Siegmund den be-drängten Paläologen zu Hülfe zu eilen versucht hatte, wurde aberin der Reihe seiner Siege von dem Weltstürmer Timurlenk un-terbrochen, der ihn 1402 in der Niescnschlacht von Anguri, wo1,200,000 Krieger gegen einander kämpften, schlug und gefangennahm. Bayezid starb im Kerker, und Timurlenk vertheilte nundas eroberte osmanische Reich unter dessen Söhne Solyman,Muss, Jsa und Mohammed, von weichen letzterer die Oberhandgewann,- die zerstückelten Provinzen wieder unter einem Turbanvereinigt, und den Glanz der osmanische» Provinzen von neuemherstellte. Er machte die Wallachen zinsbar, verwüstete Ungarn,und drang 1415 selbst bis an die Gränzen von Deutschland vor.Ihm folgte 1421 Murad II. Dieser große Fürst eroberte Theffa-lonich, schränkte daS griechische Kaiserthum bloß auf die Haupt-stadt ein, und gab seinem Reiche auch in Asien diejenige Ausdeh-nung wieder, die es vor 1402 gehabt hatte. Er fand zwei seinerwürdigen Gegner: Johann Hunyad und Georg Kastriota; mitbeiden stand er während der Dauer seiner Regierung in einer be-ständigen Fehde, und nicht immer war der Sieg sein Begleiter.Er gab den Säbel Osmans, ein unter Christen fast unerhörte«Beispiel, zweimal an seinen Sohn Mohammed II., und gürteteihn eben so oft wieder um, um die Christen zu bekämpfen. Un-ter seiner Anführung erfochten die Osmanen 1444 den denkwürdi-gen Sieg bei Warna über das große christliche von Ladislas VI.,Könige von Ungarn und Polen befehligte Heer, und der Schreckenseiner Waffen flog Lurch ganz Europa. Mohammed II. bestieg1451 den Thron seines Baters, dessen Glück und Lugenden ererbte; unter ihm fiel 1455 Constantinopel, und diese Stadt wurdenunmehr der Sitz der Osmaniden. Nach der Eroberung von Con-stantinopel unterjochte er 1459 ganz Servien und Morea, 1461Lrapezunt, 1467 den Überrest von Albanien, 1470 Euböa«, 1475Kaffa und die Krimm, und starb auf einem Auge gegen die Per-ser 1431. Sein ältester Sohn Bayezid II. von 1431 bis 1512glich, ihm nicht; fein zweiter Sohn Selim II. von 1512 bis 151gfocht mit großem Glück gegen die Perser, eroberte ganz Syrien,Palästina und Ägypten, und machte dem Kalifate zu Kahira einEnde. Solyman II. gehörte zu den größten Regenten seines Zeit-alters, wo Carl V. in Deutschland und Spanien, Franz I. inFrankreich, Emanuel in Portugal, Heinrich VIII. in England,Leo X. in Rom, Siegmund in Polen, und Iwan Wasiljewitschin Rußland herrschten; nie sah Europa zu einer Zeit so viele wür-dige Fürsten auf seinen mächtigsten Thronen. Unter Solym«z,sII.trat das osmanische Reich in den Zenith seines Ruhms und seinerGröße; unter ihm reichten die Gränzen desselben von den Kata-rakten des Nils bis zum Liman des Dnieprs, vom Ursprünge undder Mündung des Tigris bis zu den Donauinseln bei Ösen. Bel-grad siel iz2i aufs neue in die Gewalt der Osmanen, die nunganz Ungarn überschwemmten, und iZ2y selbst bis vbr Wien vor-drangen. Solyman crsberte 1522 Rhodus, schlug die Perser, undentriß ihnen Bagdad und Mesopotamien; auch unterwarf sich dirMoldau seiner Herrschaft, und zahlte Tribut. 1538 vereinigte erdie priesterliche Würde des Kalifats mit d-m GroMitanale, undnahm den Titel eines Padischahs oder Kaisers an. Er blieb 156»