Turnkui'.st
Steine, durch eine vorgehaltene Ruthe rc. erschwert. Endlich nö-thigt man ihn auf der schwankenden Spitze der Baums sich umzu-drehen, rückwärts zu gehen, einem ihm begegnenden Turner aus-zuweichen, sich zu setzen und aufzustehen rc. Hierbei ist nöthig,daß man die Füße auswärts setze, langsam und mit geradem, nichtschwankenden Körper gehe und den Baum, wenn er zu sehr schwankt,wieder in Ruhe kommen lasse. Als Turnübung dient der Wage-kämpf, wenn sich zwei Turner auf einer schmalen Fläche begegne»und einander herabzustoßen bemüht sind, der Steg wo ein Wag-baum über ein tiefes Wasser gelegt und von den Turnern über-schritten wird rc. Hieher gehören auch die bekannten Übungen:Las Stelzcngehen, das Schlittschuhlaufen und das Gleiten mitden Füßen auf dem Eis.^- V. Das Klimmen und Steigen.Hierbei kommt alles an auf Muskelkraft und Nervenstärke, aufMuth und Fassung. Zu den Vorübungen gehören hiep: da» Hän-gen am Reck mit gestreckten und gekrümmten Armen, das Heben,wobei der Turner sich mittelst der Arme so hoch hebt, daß er überdas Reck hinübersieht; der Hangschwung oder das Hängen am Reckmit hinauf- und hinabgeschwungnen Füßen; der Liegehang, w»man mit Armen und Beinen das Reck umklammert; der Ruhhang,wo dies nur eine Seite des Körpers thut, indeß die Glieder derandern ruhend herabhängen; das Gehen mit den Händen am Reck,das Anhängen mit den Knien, indem man die Hände los läßt;, dasFortgleiten sitzend auf dem Reck, indem man bei jedem Fortglei-ten sich auf die Hände stützt rc. Zu den wirklichen Turnübungenrechnet man: die verschiedenen Arten die Leiter zu erklimmen;das Klimmen am Mast, an der Strickleiter, am Seile senkrechtund quer^ am Baume rc. — Vl- Das Ringen. Als Grund-lagen oder Vorübungen desselben sind zu betrachten: das Hebenmit ausgestrecktem Arme; das Ziehe» mir der Hand und Schultern,das Ringen um einen Apfel oder dergleichen, damit die Hände sichgewöhnen fest zuzuschließen; das Fortdrängen des GegnerS; dasHeben und Umfassen desselben, damit er den Boden nicht mehr be-rühre; das Niederwerfen. Lürnübungen geben hierbei: der Kampfam Seile, wobei beide Parthieen das Geil an sich zu ziehen bemühtsind; der Gränzkrieg, wo der Einfall abgewehrt werden soll. Hier-bei ist es nun sehr leicht, gewisse, für künftige Vaterlondsverrhcidi-ger unerläßliche Grundsätze in Absicht auf Kriegsstand, vorzu-bereiten und einzuprägen und allerhand Dinge auszuführen, wrxsie im Kriege zu geschehen pflegen. — VH. Das W e r s e n.Die Absicht dabei ist: Stärkung der Hand, des Arms, der Schul-tern und Brustmuskeln und Übung des Auges. Das Werfen ist zweier-lei; Steinwerfen und Werfen mit dem Spieß oder Ger. Bei der erster»Art hatman Steine nöthig, die breitgedrückten Kugeln oder Linsen glei-chen; anderesind fürAnfängernichtanwendbar. Mit diesen macht mannun entwederden Schwungwurf, der am gewöhnlichsten ist, oder den He-bewurf, wie z. B. beim Kegelschieben üblich. AlsZieldient eineScheibeoder der Pfahlkopf. Bei dem Werfen mit dem Spieß ist der Wurf ent-weder Kernwurf geradeaus, oder Bogenwurf in einem Bogennach dem Siele, — VHI. Das Schießen. Dies geschieht biszu einiger Reife des Turners mit dem Bogen, der am besten vonMaaßholder» Jben- oder Ahornbaum genommen wird. Die Pfeilemacht man von Fichtenholz; die Befiederung nimmt man von denSchwanzfedern der Bögel und'keimt sie hinten am Pfeile fest. 2st