172 ^ Turnkunst
irr Turner verständiger, älter und kräftiger geworden, s» übt erden Büchsenschuß nach dem Ziele; anfänglich mit Anstemmen undAuflegen, später aus freiet Hand. — IX. Das Bade». Diesunentbehrliche Beförderungsmittel der Gesundheit ist am bestenvorzunehmen im fließenden Wasser eines Flusses oder Baches; w»man das nicht kann, ist ein See oder Teich dankbar zu benutzen.Mit Anfängern beginne man das Baden nur in der heißen Jah-reszeit, und bade überhaupt lieber Nachmittags, wo das Wasserdurch die Strahlen der Sonne schon mehr erwärmt worden. So-bald man ober einiges körperliche Übelbefindcn bemerkt, ist dasBad auszusetzen; dergleichen zur Zeit der Verdauung. Wie sehrman sich vor aller Erhitzung zu hüten, ist bekannt genug. Eheman in das Bad geht, benetze man Kopf , Brust und Beine-«undwerfe sich dann schnell ins Wasser. So lange bis Frost eintritt,kann man immerhin im Wasser bleiben. — X. Das Schwim-men. Dabei kommt es vorzüglich auf die Muskeln der Brustund Arme an, deren Stärkung durch den heilsamen Eindruck dcSfrischen Wassers gar sehr befördert wird. Das Rudern bewirktman dadurch, daß man die breitern Flächen der untern und obernGlieder dem Wasser entgegensetzt, und wenn man einen zweite»Ruderschlag beginnen will, die schmalen schneidenden Seiten zurRückbewegüng dem Wasser entgegenstellt. Die Hauptart n desGchwimmenS sind folgende: i. das Schwimmen auf der Brust.Dieses ist die allgemeinste Art und der Grund von alle» übrige»Schwimmarten. Der Turner liegt dabei schräg im Wasser, mitscharf zurückgebognem Kopf und Hals, die Arme vor sich hinaus-gestreckt, mit dem Daumen der Hand etwas tiefer, die Finger festgeschloffen, die Peine tiefer und auseinandergespreitt, die Füßebis zum Hintern heraufgezgzzen. Hierauf streichen die beiden Ar-me seitwärts in einem Bogen, jedoch nicht bis zu den Hüften aUS,die Daumen immer noch tief; die Füße streichen in 2 Bogen weitaus einander und zugleich in die Tiefe, wobei die äußern Flächender Beine und die obern der Füße rückwärts gegen das Wasser,drücken. Um einen neuen Stoß oder Ruderschlag zu machen, müssensich hie Hände mit der schmalen Seite gegen das Wasser vor dieBrust ziehen, und werden da wie vor dem ersten Rudersch'age aus-gestreckt, deßgleichen ziehen sich die Beine in dieselbe Stellung wievorher, und so erfolgt ein neuer Rudcrschlag. Nur ist zu bemer-ken, daß die Kniee nicht nach dem Kinn hiuaufstehen, sondernweit auseinander gespreitet seyn müssen, weil man außerdem sichunter das Wasser arbeiten würde. Hat man diese Art. desSchwimmens auf der Brust gelernt, so werden alle übrigen Übun-gen leichter. 2. Das Wassertreten. Hierbei gebraucht man dieuntern Glieder eben so» wie beim Schwimmen auf der Brust; derTurner steht aber und hält die Hände dabei über Wasser. Z. DasSchwimmen auf dem Rücken. Man legt sich sanft aufs Wasserrücklings nieder und hält den ganzen Körper mit angeschlossenenOberarmen starr. Die Hände liegen neben dem Schenkel, doch so,daß die Daumenseite mehr abwärts gekehrt ist. In dieser Lage«acht mau die Ruderschläge in der Gegend der Schenkel kurz undschnell und erhält sich dadurch über dem Wasser. 4. Das Tauche»geschieht köpf- und sußwärts. Beim erster« steckt man, wenn manyuf der Brust schwimmt, den Kopf ins Wasser und streicht mith«r znn.ern Handfläche »ach der ober» Wasserfläche hinauf; beim