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Typhon 177

überrascht und verurtherlt, weder in einem Jahrs, noch in einemMonate zu gebären. Hermes, ein anderer Liebhaber der Rhea,'hals ihr aus der Noth. Er gewann dem Monde im Würfelspiel oen72sten Theil jedes Tages ab. Aus diesen ^ Tagen machte erfünf Tage, welche er der Rhea schenkte, und welche von den Ägypternals Schalttage zu Bollzähligmachung des Jahres gebraucht wurden.Rhea gebar die dritte Classe der ägyptischen Götter, von denenTyphon, der Sohn Kronos am zten der im Würfelspiel gewott»'neuen Tage aedoren ward. Typhon strebte nach der Herrschaft,welche, sein Bruder Osiris, dessen Gemahlin Isis geworden war,über Ägypten hatte. Lange ward es von der Isis vereitelt (m. s.Isis), allein als Ostris von einer Reife durch die Welt zurück-kam, ward er vom Typhon umgebracht, zerstückelt und in einemKasten in den Nil geworfen. Während nun Typhon regierte,legten alle Könige ihre Kronen ab, zum Zeichen, daß ste sich ih-rer Herrschaft begeben hatten. Als aber Horus, des Osiris jüng-ster Sohn, das Jünglingsalter erreicht hatte, überwand er denTyphon nach einem harten Kampfe, und überschickte ihn gefesseltseinsr Mutter, welche ihn aber wieder frei ließ," so daß der KriegaufS neue begann, bis Typhon endlich im zweiten Treffen vomHorus geschlagen wurde. Er setzte nun sieben Tage seine Fluchtauf einem Esel fort, zeugte, als er sich in Sicherheit sahe, denHierosolymus und Judäüs, welche, wie Tacitus meint, die Ju-den aus Ägypten führten. Dem Horus entging er, indem er sichin ein Krokodile verwandelte. Nach einer andern Sage überwandihn Hermes oder Mercur, der ihm die Sehnen auSschnitt und ausihnen Saiten machte. Nach Herodot verbarg er sich in dem SeeSerbonis (s. d. A. Typhon, griech. Mythologie), der deßwegenvon den Ägyptern der typhonische genannt wurde. Seins Gemah-lin war seine Schwester Nephthys. Den Ägyptern war er eineböse Gottheit, von der alles Schädliche und Verderbliche in der Na-tur herrührte. Alle verhaßten und unreinen Thiere waren ihmheilig, z. B. der Esel, der Hippopotamus und das Krokodill.Man schimpfte und schmähet« auf ihn an gewissen Festtagen. Beiübermäßiger Hitze, epidemischen Krankheiten und andern Landpla-gen sperrte man einige der ihm heiligen Thiere ay einem dunkelnOrte ein, erschreckte sie durch Drohungen und wenn dies demÜbel nicht abhalf, so wurden sie geschlachtet. Dies that man auchmit rothhaarigen Menschen, welche ihm heilig waren, weil erselbst rothes Haar hatte. Man bildete ihn gewöhnlich als Esel,Hippopotamus und Krokodill ab, nicht in menschlicher Gestalt.Man gibt ihm die Beinamen Aphobis, Beben, Emy und andere,welche alle Hinderniß, Widcrsetzung bedeuten, und Seih, welche-so viel. heißt als: der Alles Bezwingende. Auch hält man ihn fürdas Symbol des Meeres, das den Nil verschlingt, oder des heißen,höchst verderblichen Südwindes^ Der griechische Typhon ist übri-gen- nichts anders, als der ägyptische. Beide waren böse Dämo-nen und verfolgten die guten Götter. Das meiste in der Fabelvom griechischen Typhon ist aus ägyptischen Ideen hergeleitet,worauf schon sehr bestimmt die Mythe hindeutet, daß die Göttervor dem Typhon nach Ägypten geflohen wären, und aus Furchtvor demselben sich in Thiere verwandelt hätten.

Typhon (Typhoon, Typhorus, Typhös), nach der griechi-schen Mythologie ei« Ungeheuer, von dem dir Erzählungen der

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