Typhus 18 r
Position zur Krankheit besitzt. Worin tiefe Disposition bestehe,ist nicht bekannt, nur so viel wissen wir, daß es mehrere Indivi-duen gegeben hat, die trotz der mannichfaltigstcn Gelegenheit zurAnsteckung, doch nie angesteckt wurden. Erhöht wird die Dispo-sition jcd-vch durch mancherlei Umstände, z. B. Leidenschaften undAffekte, besonders durch die Furcht, Kummer, Arger, durch er-höhte Reizbarkeit aus irgend einer andern Ursache, sehr bedeutend;such soll entweder die Empfänglichkeit oder die Disposition durchmanche Dinge, z. B. Salben mit Öl, Fontanelle, Kauen gewürz-hafter, Speichelfluß erregender Mittel vermindert werden. — So-bald nun die Ansteckung geschehen, gehen krankhafte Processe i»dem angesteckten Körper vor; cS geben sich diese jedoch nicht jeder-zeit durch Symptome sogleich zu erkennen. Wenn auch MancheGefühl von der Ansteckung haben, und wenn auch dann die Krank-heit in dem Augenblicke der Ansteckung ihren Verlaus beginnt, sogiebt es dagegen Andere, die von der Ansteckung selbst gar nichtsempfinden und sich auch einige Tage nach derselben noch vollkom-men wohl fühlen, oder höchst unbedeutende Beschwerden, eine ver-änderte Gemuthostinimung, verminderten Appetit, leichten Schwin-del, leichte Ermüdung rc. empfinden. Es heißt dieser Zustand ent-weder das ktaäiurr! 'liircnkis conr-ixii. wenn gar keine Krankheitszusalle zugegen sind und im Innern des Körpers Veränderun-gen, die uns unbekannt sind, vorgehen, oder das sraclinin pro-örornornr:, , wenn die erwähnten leichten Beschwerden als Vor-läufer der eigentlichen Krankheit beobachtet werden. Die Dauerdesselben soll sich bis auf 7 Tage ausdehnen können. Die eigentli-che Krankheit'sängt, wie alle Fieber, mit Frost oder Frösteln an,der oft mit fliegender Wärme abwechselt, mit den gewöhnlichenZufällen, Blaffe, Zittern, Durst, insbesondre aber mit einer über-aus großen Abspannung verbunden ist. Er geht innerhalb ü bis12 Stunden vorüber und in Hitze über, welche im Anfange zwargelinde ist, bald aber heftig und stechend wird; dabei röthct sichdie Oberfläche des Körpers, besonders das Gesicht, Las etwas auf-,gedunsen aussieht; der Puls ist bald etwas frcquenter, bald we-niger, immer aber gereizt, oft auch ziemlich voll, der Kopf be-sonders wird schwer, eingenommen, weniger schmerzhaft; catsr-rhalischc Zufälle, Schmerzen in den Gliedern, die den rheumati-schen ähnlich sind, Spannung der Muskeln, besonders häufig aberErbrechen und Ekel, so wze Abneigung vor Speisen Mit mäßigemDurst und rother, feuchter, Höchstens dünn belegter, weißlicherZunge, stellen sich schon an dem ersten Tage dieses Zeitraums ein.Einige derselben lassen nach, andere nehmen ihren Platz ein,die Hitze aber nimmt anhaltend zu und wenn auch nacheiner unruhigen Nacht früh einiger Nachlaß zu bemerken, so wächstste doch des Abends gewöhnlich wieder. Eben so nimmt auch dieSchwere des Kopfes, der Schwindel, mit anfangender Betäubung,Ohrensausen, bisweilen auch Schwerhörigkeit zu, die catakrhali-schen Zufälle gehen in Brustbeschwerden, die von Neizung des Ma-gens und der Leber abhängenden in Schmerz und Spannung derHypochondrien über. Ganz vorzüglich merkwürdig und constantist aber die große Abspannung, Trägheit und Gleichgültigkeit, diewährend der erwähnten Zufälle von Reizung zugegen ist und denTyphus von andern Fieberarten unterscheidet. Den pten Tagbeobachtet man oft Nasenbluten mit erniacr vorübergehenden Er-