Typhös i8Z
reichlicher ab alt vorher. Das Eranthem verschwindet mit Aus-nahme der Petechen, die oft jetzt erst erscheinen. Periodische Ver-schlimmerungen find besonders den roten Lag zu bemerken und die-ser Zustand dauert bis zu dem rgten Tage der Krankheit, ist je-doch nicht in jedem Falle so heftig, als er hier beschrieben wurde.Vielmehr gibt es Kranke, die viel besser davon kommen; mehrere<und auch der Verfasser dieses) konnten sogar die größte Zeit de-Tages außerhalb des Bettes zubringen; einige Betäubung und eingeschwächtes Erinnerungsvermögen war aber bei aller Gelindig-kei't der Zufälle doch zu bemerken. — Den igten Tag endlich trittgewöhnlich die wohlthätige Krisis ein, die sich durch eine stir,kere Exacerbation den iZten Tag ankündigte. Dabei wird nundie Nase und Zunge feucht, der schwarze Beleg stößt sich von bei-de» los, manche werfen viel gekochten Schleim aus, die Haut dün-stet besser aus, wird feucht, oft auch von starkem Schweiße naß,der Urin wird leicht gelassen, zeigt oft Wölkchen oder schleimigenBodensatz, die Stuhlgänge werden reichlicher und sind oft so er-leichternd, daß mit ihnen das Krankheitsgefühl verschwindet, undin wenigen Stunden bekommt alsdann der Kranke ein ganz ande-res An sehn; er erwacht, wie aus einem Traume, aus seinem unbe-wußten Zustande, die Augen bekommen Leben und Interesse ander Welt und das eigenthümliche an angenehmen Gegenständen er-wacht wieder; der Puls wird freier, die Muskelbewcgungen leich-ter. Indessen bleiben immer noch verschiedene Beschwerden, Oh-rensausen, eine krankhafte Reizbarkeit, Schwäche des Kopfes, derAugen, Gefühl von Mattigkeit u. s. w. zurück und nur nach undnach verschwinden sie, die dürre und abgestorbene Oberhaut löstsich unter Kleienform los, die Haare fallen aus und der Krankekebrt nun nicht nur zu seiner frühern Gesundheit zurück, sondernbefindet sich oft sogar viel wohler, als lange Zeit vor der Krank-heit. Manche Störung anderer Art wird wohl weniger durchden Typbus, als durch die Krisis, die er veranlaßte, mit entfernt.— Indessen verläuft der Typhus weder immer so glücklich, nochso regelmäßig. Sein Verlauf wird durch die herrschende epide-mische, oder individuelle Konstitution, oder auch durch einzelneSchädlichkeiten, freilich bisweilen auch durch verkehrte Heilmethoden,gar sehr oft modisicirr; ja man kann wohl sagen, er, so wie jede an-dere Krankheit, verläuft bei jedem Individuum ander«. Vorzüg-lich häufig beobachtet man in dem erster» Zeiträume, in dem ent-zündlichen Stadium bisweilen, wirkliche Entzündung, und zwarkann die ein jedes Organ befallen, das Hirn, die Brust und Un-terleibsorgane; oder es entwickelt sich in andern Subjecten einapoplektisa-er Anfall, der sehr gefährlich ist; ferner wird nicht sel-ten ein auffallend gastrischer, besonders gallichter Zustand beobach-tet; der nervöse Charakter tritt zu frühzeitig ein, oder er verlän-gert sich -er entzündliche bis zum yten, uten Lage. — Auch indem nervösen Stadium entstehen bisweilen noch Entzündungen dergenannten Organe; oder der nervöse Charakter ist über die Ge-bühr erhöht, oder es kommen faulichtc Symptome hinzu. Durchd'.ese mannichfaltigen Csmplicationen, so wie durch die Ursachenderselben und das Regimen, «erden dann auch die Krisen, aberfreilich immer zum Nachtheile abgeändert, verhindert, verspätigi;und es bringen alle diese Abänderungen entweder den Tod, odersie verzögern die Krankheit «der voranlaffcn auch endlich mancher«