r84 Typhus
lei Rachk-rankheiten, die nicht selten noch den hinwegraffen, derden 'Typhus überstanden hatte. Unter den letzter» sind Metasta-sen auf innere und äußere Theile während der Irise, vor derKrise entstehend, Eiterungen, äußerer Brand/lang dauerndeSchwäche rc. zu erwähnen. — Es ist daher der ansteckende Typhusimmer, als eine in mancher Hinsicht Gefahr bringende Krankheitanzusehen, die edelsten Gebilde, Herz und Hirn, werden ja, wiedie Symptome zeigen, von ihm ergriffen, und das letztere beson-ders bedroht. — Desto schmerzhafter ist es, daß gerade in dieserKrankhcir die Kunst auf directem Wege so wenig vermag; 1a siekann nur schaden, wenn sie allzugeschäitig in die Operationen ein-greift, die das Leben in den häufigsten Fallen von selbst in derKrise wahrnehmbar veranlaßt. So wie bei einem jeden Fieber(das Wcchselsieber ausgenommen), so soll und darf sie auch bei die-sem nicht unmittelbar die Krankheit selbst entfernen wollen, son-dern sie muß sich begnügen, die Krisis abzuwarten und alles soeinzuleiten, daß diese gehörig eintrete und vonStatten gehe. Manglaube nicht, baß dies auszuführen entweder leicht oder unverdienst-lich sei. In gelindern, wir möchtcnsagen in den regelmäßigen Fal-len des Typhus kommt man freilich mit den diätetischen Maßre-geln allein gewöhnlich aus und-es ist dann auch nöthig, alles daszu entfernen, was irgend störend wirken könnte. Allein wo ein-mal eine Störung eingetreten, eine Eomplication der Krankheitentstanden, oder wo irgend ein besonderer, der entzündliche odernervöse Zustand gar zu überwiegend geworden ist, da muß dieKunst mir ihrer ganzen Krait auftreten, da muß die ganze Kraftauch mit der feinsten und umsichtigsten Gewandtheit verbunden wer-den, wenn die Kranken zweckmäßig behandelt werden. Niemandwird daher vernünftigerweise von irgend einem einzelnen Heil-mittel oder von einer bestimmten Heilmetnsde in dieser KrankheitHülfe erwarten tonnen, vi.lmehr wird beinahe ein jedes Heilmit-tel irgend einmal im Typhus mit Nutzen angewendet worden seyn.Hier aber in das Detail über die Anwendung der einzelnen Heil-mittel einzugehen, scheint nicht zweckmäßig, wir wollen nur an-merke!,, daß in dem entzündliche^ Stahium der antiphlogistischeHeilapparat gewöhnlich angezeigt sey, daß im nervösen hingegender reizende vertragen werde, Ableitungen durch Vesieatorien,Senfpflaster nöthig, daß in der Krisis die Ausleerungen zu unter-stützen seyen, und wollen von der Vorbeugung dieser Krankheitnoch einiges erwähnen.— Diese aber ist ihrer Tendenz gemäß einedoppelte, entweder nämlich will sie den Typhus in seiner Entste-hung überhaupt verhindern, oder sie soll nur einzelne Individuenschützen. Die Schubweise der erstern Art ist Sache des Staatsund der medl'cinischcn Polizei, welche theils dahin zu arbeiten ha-ben, daß der Typhus gar nicht entstehe, oder wenn er irgend woentstanden ist, nicht weiter sich ausbreiten könne. Das erste kannnur dadurch erreicht werden, daß die Ursachen der Krankseit, diewir oben angegeben, vermieden werden; insbesondere muß verhütetwerden; daß nicht zuviel Menschen in Spitälern, Gefängnissen, Schif-fen rc. anqehautt leben, und daß besonders hier immer gehörig reine Luftsey. Ist die Krankheit einmal entstanden, so wird ihre Ausbreitungtheils durch Sonberung der Kranken von den Gesunden, theilsdurch Zerstörung des Ansteckunsstoffes verhindert werden können.UM aber die Kranken so wenig als möglich in Berührung mit