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186 Typus

wird zerbrach?», wenn das Bild in ihr ausgeprägt ist und hatan und für sich weder Sinn noch Werth. In dieser Bedeutungvornehmlich ist dies Wort in der deutschen Sprache, in vielfacherBeziehung, für Theologie so gut wie für Pathologie und Physik,eingebürgert worden und unterscheidet sich von Symbol (Sinnbild)das das Wesen so gut wie die Form der Dinge angeht (s. Sym-bol), hinlänglich, indem es ganz allein auf die Form sich bezieht.So bezeichnet es denn im Allgemeinsten die Formen, die für die Ein-zelwesen als in dem urbiidlichen Verstände (inens sralierni» nachdem scholastischen Ausdrucke) liegend angenommen werdet! müssenund welche den Erscheinungen in ihrer zeitlichen Geburt aufgeprägtworden sind. Kant hat in einigen Stellen seiner Kritik den Aus-druck: Schema, gebraucht, um etwas ähnliches zu bezeichnen, alswir hier meinen; allein mit Typus .darf weder sein Begriff nochdies Wort verwechselt werden; denn von jenem ist dieses nur eineSpecies, welche Form nur in so fern auffaßt,in wie fern sie meh-rern zugleich gemeinschaftlich ist, und die Beziehung derselben aussIndividuum in der Reflexion vorbeigeht, indeß TypuS beides ver-einigt. — Die Form, die Gestalt eines Dinges, ist die wunder-bare Gränze, Schranke, welche die Sphäre des Individuums ab-schneidet und doch auch zugleich dasselbe wieder in die Einheit dcSAlls aufnimmt. Von einer Seite angesehen, ist sie das gemein-schaftliche Produkt aller Lebens- und Eharakteranlagrn eines We-sens ; in so fern tief bezeichnend und viel inniger mit dem Weseneines Dinges zusammenhängend, als der abgezogene Begriff derForm vermuthen läßt; entscheidend über Gehalt und Werth deSZndividuums; aber daneben auch in all ihren unendlich verschiede-nen Erscheinungen doch nur Offenbarung Eines und desselben, der-selbe Lichtstrahl in seine verschiedenen Farben gebrochen und dochin jeder ganz und untheilbar Licht. Eben so muß nothwendigauch die Fort» der Form, Typus, dieses Urelemcnt, diese mathe-matische Wurzel aller Gestalt in solchem Schweben gehalten undaufgefaßt werden, um die rechte Erklärung zu finden. Jeoes Ein-zelwesen ist nach einem besondern, in dem ewigen Verstands begrif-fenen Typus gebildet; dieser Typus ist gleichsam die Idee, nachwelcher jedes Einzelne geschaffen, die Bücher der Natur geschrie-ben sind. Durch ihn wird hie Eigenthümlichkeit jedes Wesens nachallen ihren Theilen bestimmt. Aber ihm ist auch zugleich ein Ele-ment eingeboren, durch welches sich Verwandtschaft, ja Einheit ei-nes Wesens mit dem ihm zunächst stehenden offenbart, eine Sehn-sucht gleichsam nach dem nächsten Höheren, die durch Ähnlichkeit,vorherbestimmtes Übereintreffen sich ausspricht; und so wird durchBermittelung des Typischen, das Höchste an das Niedrigste, dasOberste an dos Unterste angeknüpft, zum deutlichen Zeugniß, daßein Geist das All durchwandele — der Grund aller Klassisication.So sehen wir vorerst jede einzelne Klaffe und Art der organisch-,,Wes-m nach einem besondern, diese Klaffe und Art beherrschendenTvpus gebildet und entwickelt. Aber jeder TypuS der einzelnenKlsffe spielt auch zugleich der Bildung und Textur der nächstenhöhern Ordnung vor; und sieh ihn als Modells als Ausführungim Kleinen an, so wirst du mit leichter Mühe in den einzelnenFällen die Ausführung im Großen nachweisen können, und sokommt durch das Typische in die große unendliche Scala der We-sen ein sinnvoller Zusammenhang, ein wunderbar durchhiu sich