i88 Tyr Tyrtäus
ben, wovon wir nur den kleinsten Theil entziffern können, dergrößte Lh>-tt erst mit der Zeit zur Klarheit gelangt ? tll. x.r.
Tyr war nach der alten nordischen Götterlehr« der Gottdes Kriegs und des Sieges, also was Mars bei den Römernwar. Er war ein Sohn Odins und der kühnste und tapferste derGötter. Bon ihm wird auch noch bei den Dänen und Isländernder Dienstag Trrstag, Lyrstag genannt.
Tyrann, aus dem Griechischen, wo es ursprünglich und imbessern Sinne so viel als einen Alleinherrscher, einen Souverain,bedeutete, und daher auch als ein Titel für wirklich gute Fürstengebraucht wurde. Am Ende des pelopvnnestschen Krieges (im vier-ten Jahre der yZften Olympiade) führten die Lacedämonicr dieRegierung der dreißig Tyrannen in Athen ein, unter den n Kritiasund Lheramcnes die vorzüglichsten waren. Der Anfang dieser Regierung war ziemlich gut, aber bald fingen die Tyrannen an.willkürlich zu herrschen, ohne sich um die Gesetze zu belümmer»,Sie legten nicht bloß ihre Hände an ihre Privatfeinde, sondernverfolgten auch mit der größten Grausamkeit alle reichen und an-gesehene» Bürger der Stadt, um sich ihres Vermögens zu bemäch-tigen, Unter dem Vorwande, den Staat von lasterhaften Perso-nen zu reinigen, wurden eine Menge von Menschen hingerichtet,und die Nation versank in das tiefste Elend. Zum Glück für denStaat dauerte die Regierung der Tyrannen nur acht Monate,Selbst, Theramcnes, der sich den Grausamkeiten der übrigen Lyra»uen. widersetzte, wurde hingerichtet. Das Unglück der armen Einwohner wurde um so größer, da die Spartaner das Gesetz mach-ten, daß jeder Arhenienser, der um der Tyrannen willen sein Va-terland rerleeße, psfeffelt dahin zurückgebracht werden sollte. End-lich stürzte Thrasybutus die Gewalt dieser Tyrannen, und führtedie Demokratie wieder ein. Wahrscheinlich gab die Grausamkeitdieser Tyrannen, so wie such derjenigen von Syracus, Agri-gcnt u. s. w. Veranlassung, daß man mit dem Worte Tyrannspäterhin den Begriff eines grausamen Würhcrichs verband. , Da-her auch Tyrannei eine grausame Handlungsweise, die sich Je-mand gegen andere Menschen oder gegen Thiere erlaubt.
Tyrtäus (Lyrtaos). DieSparlaner hatten wiederholtunglücklich gegen die Messenier, ihre Nachbarn, gefochten, mitdenen sie schon früher einen Kampf gehabt hatten, und die jetztvon dem kühn« und tapfern Aristomenes angeführt wurden. Siewendete» sich in dieser Roth an das deipl-ifche Orakel, das ihnen,einen Fremden zum Wcrmittler eines ehrenvollen Friedens anzuneh-men, ricth. Sie baten die Athenienser um einen solchen, und diesesandten ihnen ihren Mitbürger Tyrtäus (den einige zu einem ge-hornen Milefier machen),jder sich eben nicht durch eine heroischeGestalt empfahl; aber ein geschickter Mann, und dabei ein guterDichter und Flötenspieler war. Dieser stimmte nicht nur durchshine Lieder die Herzen der Spartaner zur Eintracht unter sichselbst; sondern entflammte auch ihre» Muth durch seinen kräftigenLud feurigen Gesang und seine begeisternden Melodien dergestalt,daß sie von neuem sich zum Siegs ermannten. Darum wurden auchseine Lieder in der Folge von den Spartanern in besondern EhrenBehalten, und es bestand selbst eine öffentliche Verordnung, ver-möge welcher sie wiederholt gesungen wurden. Noch sind drei Lie-der im elegischen Bcrsmaß unter Lyrtäc-s Namen vorhanden; und