Band 
Zenhter Band. To bis Z.]
Seite
195
JPEG-Download
 

Ulfilas Uilva lyS

ten Sinne gehandelt. Die Ulema's haben das Vorrecht, daß ihrVermögen nicht confiscirt werden darf — eiip Fall, der sonst betden Türken sehr häufig ist — und daß sie auf keine andre Art hin-gerichtet werden können, als daß sie lebendig in einem Mörser zer-stoßen werden, welche Strqfe jedoch nicht leicht Statt findet. AlsSultan Osmän IV., wie der Ritter Tvtt erzählt, im I. t/gzdie Widersprüche und Anmaßungen des Mufti nicht Mehx,ertragenwollte, befahl er, die steinernen Mörser, welche durch die Länge derZeit ganz in die Erde versunken waren, wieder aufzustellen. Die-ser Befehl allein bewirkte die Nachgiebigkeit des Mufti. Absetzungund Eril sind jetzt die, gewöhnlichen Stralen eines Mufti, mit dem derSultan unzufrieden ist. Die nächste Stelle nach dem Mufti in demCorps der Ulema's ist die des Cadilesnier, eigentlich ein-s Richtersin Angelegenheiten des Militärs, der aber auch in allen andernSachen Reckt spricht. Es gibt drei solcher Cadilesnier, einen iitEuropa, einen in Asien und den dritten in Ägvpten. Sie habenSitz und Stimme im Diwan; alle Eadi's oder Unterrichler in demihnen untergebnen Theile des Reichs stehen unter ihnen und wer-den von ihnen angestellt. Die Stelle des Cadilesnier bahnt denWeg zur Würde eines Mufti, und es kann keiner die letztre er-langen, wenn er nicht vorher das Amt eines Cadilesnier mit Ehreund Beifall bekleidet hat. Die dritte Classe der Ulema's machendie MollahS, die, nach der Größe ihres Gehalts, vom ersten oderzweiten Range sind, und die Oberrichter in einzelnen Provinzenvorstellen. Nach ihnen kommen die Cadi's oder Unterrichtet, welcheüberall in erster Instanz Recht sprechen (s. a. d. Art. Mollahund Cadi).

Ulfilas (Ulphilas oder Wulsilas) war in dem Zeiträume vonZ6o bis Zsto Bischof der christlichen Gothen in Dacien Und ML-sien, oder der sogenannten Mösogüthe», und stand bei ihnen i»großem Ansehn, durch welches er sie auch zur Annahme der aria-nischen Lehre, welcher er selbst beigetreten war, bewogen haben soll.Er war ein für sein Zeitalter gelehrter Man», und wurde eini-gemale als Gesandter an den kaiserlichen Hof nach Constantinopelgesendet. Man schreibt ihm gewöhnlich die Erfindung der gothi-schen Buchstaben zu, dies ist wahrscheinlich aber nur so zu verste-hen, daß durch ihn die gothische Schrift mehr verbreitet und be-kannter geworden. Gewiß aber ist es, daß er zuerst einen Thellder Bibel, die vier Evangelisten, in die gothische Sprache übersetzthat« Fragmente dieser Übersetzung enthält der sogenannte silberneCodex in der Universitätsbibliothek zu Upsala, und eine dndreHandschrift in der herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel. Neu-erlich ist erschienen: .Ulphila's gothische Bibelübersetzung, die ältestegermanische Urkunde rc. herausgegeben von I. E. Zahn, Weißen-fels iZog.

Ulloa (Don Antonio di), geb. zu Sevelion t?t6, widmetesich dem Seedienste, Und wurde, als der Sohn einer altadeligen. Familie, schon 17ZZ Capitain einer königl. Fregatte, Ein Jahrdarauf ging er mit der Commission, die zu der bekannten Gradmes-sung zur Bestimmung der Gestalt der Erdkugel nach dem südlichenAmerika abgeschickt worden war, nach Quito, und blieb daselbst bis1744. Nach seiner Rückkehr durchreis'te er auf königlichen Befehlzur Vervollkommnung seiner ftaatswirthschaftlichen Kenntnisse ei-nen großen Theil von Europa, und kehrte mit reichen EksahrM-

lZ*