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Zenhter Band. To bis Z.]
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Ulpianus Ulrich 197

Ulpianus (Domitius), ein berühmter alter römischer Rechts-lehrer, gebürtig aus Tyrus' in Syrien. Er bekleidete verschiedeneEhrenstellcn unter dein Kaiser Alexander Scverus, und wurde zu-letzt Präfect des Prätoriunis, aber im Zähre 22S bei einemTumulte der Pratorianer von diesen ermordet. Er war ein Feindder christlichen Religion, und verfolgte die Bekenner derselben mitHeftigkeit. Seine Aussprüche über Gegenstände des Rechts undErklärungen derselben find aus seinen Schriften ausgezogen undin die Pandeeten (s. d. Art.) aufgenommen worden.

Ulrich, Herzog von Würtemberg, geboren am igten Fsbr.7487, war ein Sohn des wahnsinnig gewordnen Grafen Heinrich.Er kam zur Regierung, weil von Eberhard im Bart, dem erstenHerzog und dessen Nachfolger, Eberhard II., keine männlichen Nach-folger vorhanden waren. Die abscheuliche Vertreibung des letzter»durch seine Rathe, Diener und Amtleute im Jahr 1498 setzte ihnschon als elfjährigen Knaben in den Besitz des Herzogthums; aberdiese Räthe regierten dann in seinem Namen während seiner Min-derjährigkeit, und besorgten höchst nachlässig und zweckwidrig seineweitere Erziehung. Um der kaiserlichen Hülfe gegen den vertrie-benen Eberhard desto gewisser zu seyn, verlobten sie ihn sogleichmit der Prinzessin Sabine von Bayern, einer Schwestertochter desKaisers, veranlaßten aber eben dadurch, daß der Kaiser, welcher einRegiment von iz Personen weder für das Land, noch den junge»Herzog Vortheilhaft finden mochte, ihn schon in seinem i4ten Jahrfür volljährig erklärte. Ulrich war kraftvoll, feurig, muthig, einJüngling von Kopf und Herz; aber so viel er lateinisch gelernthatte, war dennoch weder das eine, noch das andere gebildet wor-den, und er eben durch diese Rohheit und sein ungestümes Feuerungeheurer Handlungen fähig. Späterhin machten ihn seine wi-drigen Schicksale hart, was er ursprünglich nicht war, und ver-sauerten seinen Charakter durch Argwohn und Mißtrauen gegenalle Welt- Die ersten Jahre seiner Selbstregierung zeichnen sichaus durch seine Theilnahme am bayer. landhut'schen Succesfions-krieg, welcher Würtemberg bedeutend vergrößerte; durch den glän-zendsten Hof in Deutschland, welcher der Sammelplatz alles süd-deutschen Adels war; durch seine prachtvolle Vermählung mit Sabinevon Bayern, obschon er sie gegen seine Neigung geheirathet zu ha-ben scheint; durch die Gnade Kaisers Maximilian I-, der den Toch-termann seiner Schwester sichtlich begünstigte. Aber bald folgteUnglück auf Unglück. Gerade jener Krieg und andere Rrtterzüge,jener glänzende Hof und seine verschwenderischen Feste hatten diezum voraus beträchtlichen Schulden der Familie bis zu einer Mil-lion Gulden erhöht; drückende Behandlung, überhaupt schwere Ab-gaben und unfruchtbare Jahre dazu machten die Unterthanen miß-murhig und unzufrieden, und so erhob sich 1574 der gefährlicheAufstand des armen Konrad, deu der Herzog kaum dadurch zustille» vermochte, daß er den Würtcmbergern im tübinger Vertragjene außerordentlichen Rechte und Freiheiten einräumte *). Schoudas Jahr darauf ermordete er eigenhändig seinen bisherigen Lieb-ling, Hans von Hütten, den er im Verdacht allzugroßer Vertrau-lichkeit mit der Herzogin hatte. Da entfloh ihm dies«; er verlorEhre und guten Namen und die Gunst des Kaisers; der Adel von

*) Siehe oben tüblnzsr Vertrag.