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ganz Süddeutschland ward durch die Hütte» gegen ihn aufgehetztund drohte ihm; die Herzoge von Bayern, die Brüder seiner Ge-mahlin, wurden seine erboßtesten Gegner; nur mit Mühe ent-ging er der Reicksacht. Kaum hatte er sich aus dieser Verle-genheit herausgewunden, als er in noch größeres Unglück unrett-bar gerieth. Einige Bürger von Reutlingen hatten ihm 1519 sei-lten Burgvogt auf Achalm erschlagen, und er, in der ersten Wuthdarüber, nahm plötzlich die Reichsstadt selbst weg, und vereinigtesie, als erobertes Gut, mit seinem Herzogthum. Nun erwachte derbisher verhaltne Groll seiner alten Gegner aufs neue in aller Kraft;-er ganze schwäbische Bund, dessen Mitglied die Reichsstadt war,den Herzog von Bayern an seiner Spitze, waffnete sich gegen ihn,Und in wenig Wochen war Ulrich von Land und Leuten gänzlichvertrieben. Ohne weitere Rücksicht auf ihn oder seine Familieverkaufte der schwäbische Bund das ausgeplünderte Herzogthuman die österreichischen Brüder Carl und Ferdinand, und bis zumJahr igz4 bildete es einen Theil der «ordern Lande des HausesÖsterreich unter König Ferdinand. Ulrich saß inzwischen auf derBergfeste Hohentwiel, oder weilte in Mömpelgardt, das ihmgeblieben war, oder suchte Brot und Hülfe in Frankreich beiFranz I., oder in Caffel bei Landgraf Philipp dem Großmüthigen.Mehrere Versuche, fein Land wieder zu erobern, waren mißlungen;sein wiederholtes Ansuchen um rechtliche Entscheidung seiner Sachewar nicht geachtet worden; umsonst hatten sich die angesehendstendeutschen Fürsten auf öffentlichen Reichstagen bei Carl und Ferdinandfür ihn verwendet. Bereits standen damals die Parteien der CatholikenUssd Protestanten im Reich einander gegenüber, und zum Glauben derlehtern war auch Ulrich übergetreten; insgesammt glaubten sich diedeutschen Fürsten vom Kaiser in ihrer Freiheit gefährdet, und ge»lade hatte er und sein Bruder die Hände voll zu thun mit ander-weitigen Feinden; Frankreich gab Geld und hetzte gegen sie. Umso eher entschloß sich der kühne Landgraf von Hessen, eines derHäupter der Protestanten, zu einem Wagstück für Ulrich, seinenGlaubensgenossen und Anverwandten. Er führte ihn an derSpitze seines Heers im Jahr 1534 nach Würtemberg zurück, und-der Gewinn der einzigen Schlacht bei Laufen am Reckar verschafftedem lang Vertriebenen endlich sein Herzogthum wieder. Zwarmußte er es, so ungern er auch einwilligte, als österreichisches Af-terlehen annehmen, weil Philipp und seine andern Freunde sichmit Kaiser Carl und König Ferdinand wieder ausgesöhnt sehenwyllien; aber auch sp behielt ex Macht genug, um sogleich das Lu-thcrihum darin einzuführen, zu welchem sich sein Volk um sosehmuchtsvvller hinneigte, je strenger der neuen Lehre der Zu-gang unter König Ferdinand war verschlossen worden. Die großetheo ogisch? Anstalt in Tübingen und das reiche Kirchengut derWü temberger verdankten damals seinem guten Willen ihre erstenAnfänge. Loch auch jetzt sollte Ulrich sich keiner dauernden Ruhe
erfreuen. Sein neues Verhältniß zu Österreich, das den Verlustdes schonen und wohlgelegenen Hcrzogthums nicht so leicht ver-gaß und ihn öfters neckte und ununterbrochen beobachtete, verur-sachte ihm manche Unannehmlichkeit in den nächsten 12 Jahren, un-verletzte ihn gegen das End? seines Lebens noch einmal in diepeinlichste Verlegenheit. Als evangelischer Fürst war er Mitglieddes schmalkaldischen Bundes geworden. Er hatte im Jahr 1446