Ultramarin Ultrarevolutwnars 19-
,in beträchtliches Contingent znm Heer der Verbündeten an dieDonau rücken lassen, und Würtemberg war nach der unglücklichenWendung des Kriegs für die Verbündeten eines der ersten Länder,das vom Heer des Kaisers besetzt wurde. Gegen Bezahlung einerbeträchtlichen Summe und Einführung des Interim im Herzog-thum war sein Friede mit dem Kaiser bald geschlossen; aber jetztrückte König Ferdinand mit einer Fclonieanklage gegen ihn, seinenAsterlehensmann, hervor, ließ den Prozeß in Form gegen ihn ein-leiten, und bald war vorauszusehen, daß er diesmal das Herzog-thum auf dem Wege Rechtens an ihn verlieren dürste. Schonhatte sich der alte Herzog entschlossen, was ihm sauer ankam, das-selbe seinem Sohn Christoph abzutreten, der keinen Antheil smKrieg gekommen hatte, als am 6ten November 1550 Kummer undVerdruß über diese letzte Widerwärtigkeit seinem Leben schnell einEnde machten.
Ultramarin ist die schöne, himmelblaue, aber auch sehr kost-bare Farbe, welche aus dem Lasursteine (laxts larnli) gemachtwird. Bekanntlich gibt es zweierlei Arten von Lasurstein, Mit Gold-flecken durchsetzten und völlig blauen. Aus diesem letztern wirddie Mtramarinfarbe bereitet. Der Stein wird zum feinsten Pul-ver zerrieben, mit verschicdncn harzigen Materien vermischt undzu einem Teig geknetet. Das Pulver wird dann von den harzi-gen Theilen wieder geschieden. Was sich zuerst absondert, gibtdas schönste Ultramarin; nach und nach wird eS immer blässer, undfolglich auch schlechter. Dieses Ultramarin und die aus den Ko-balterzcn bereitete blaue Farbe (Smalte) sind die einzigen blauenFarben, welche das Feuer aushalten, und daher zur Email- und.zu Wühlereien auf Porzellan gebraucht werden können. Da der La-surstein sich nur in kleinen Stücken findet, so ist das Ultramarindie kostbarste unter allen Mahlerfarben. Ehemals wurde sie häufi-ger gebraucht als jetzt, vorzüglich im Mittelalter zu den Mahlereiei,in den Handschriften, und nachher am meisten von Titian.
Ultramontan (aus dem Lateinischen, „Itra inonres), wasjenseit der Gebirge, d. h. der Alpen, ist, aber nur in Beziehungauf die Person des Redenden. Zn Italien versteht «an Deutsch-land und Frankreich darunter, in Frankreich hingegen Italien, undzwar, in einem besondern Sinne, in der Mehrzahl (uln-n>o»r»uis),diejenigen italienischen Schriftsteller, welche die Grundsätze undVorrechte der Päpste behaupten.
Ultraquisten s. -üb utrsgue und Calkrtkner.
Ultrarcvolutionärs. Diese Benennung kam in den er-sten Zeiten der französischen Revolution, seit dem Jahre 179z auf,um damit diejenigen zu bezeichnen, die in ihrem patriotischen Eiferdie Gränzen der angenommenen Revolutions-Grundsätze überschrit-ten. Man schrie unaufhörlich über die dem Vaterlande von inner-lichen Feinden drohende Gefahr; aber bei den meisten mochte wohldie versteckte Absicht zum Grunde liegen, ihre Gegner verdächtigzu machen und aus dem Wege zu räumen. Das berüchtigte Re-volutions-Tribunal, das Gericht für olle Verbrecher und Ankla-gen, die sich auf Revolution und Gegenrevolution bezogen —Dantons Werk — wurde durch jenen übertriebenen Eifer veran-laßt. — Nach Ludwigs XVIll. Rückkehr nach Frankreich bildetesich eine Partei überspannter Royalisten — Ultrarsya listen —welche sich der konstitutionellen Partei, oder denjenigen, die es