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Zenhter Band. To bis Z.]
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2otz Unger Unglaube

den edelsten Gewachsen Europa'« gehören; nur wirft man dem Un-garweine überhaupt vor, daß er zu stark in das Blut gehe. Diebessern Sorlen sind die vonTokai und Tarczal, dieaul einem Raumevon g Q. Meilen in der Hcgyalla und, was merkwürdig ist, unter48° Breite sich zu der süßesten Essenz verkochen; dann folgt derrothe Menescher, den Kenner dem Tokaier gleich setzen, der Neu-städter, welcher dem Burgunder, der Schiraker, welcher,dem Cham-pagner ähnelt, der Ödenburger, Auster, Seckzarder, Erlauer u. a.Ungarn allein erzeugt im Durchschnitte auf 911,176 Joch Wein-bergen 21,36.8,560 Eimer, wovon es nach, Schrvarter jährlich14,257.312, Eimer selbst verzehrt, und das Übrige ausführt; To-kai gewinnt allein 180,000, Erlau 200,000 und Ofen 100,000 Ei-mer. Die. bessern Ungarweine unterscheiden sich in Essenz, Aus-bruch, Maschlalch und gemeinen Wein. Doch stehen die Landweinezu äußerst niedrigen Preisen: so galt auf dem Medardimarkte zuPest 1813 der Eimer alter rother Ofner 8 bis 12, alter Seckzar-der 8 bis 10, und junger Osner 4 bis 6, dagegen Menescher Aus-bruch 60 bis 120, Menescher Essenz 150, Tokaier Ausdruck; 50 bis180 und Tokaier Essenz 200 bis 250 Gulden W. W.

Unger (Joh. Georg), geboren zu Goos unweit Pirna, den26stcn Oct. 1715, lernte in einer unbedeutenden Ofsicin die Buch-druckerei, und nebenbei, getrieben von seinem regen Geiste, für sichselbst das Holzschneiden. Im Jahr 1740 ging er nach Berlin, woer Unablässig arbeitete, die in den Buchdruckereien gewöhnlichen Ver-zierungen zu verbessern, und in der Formschneidekunst ausgezeich-nete Fortschritte machte. Um sich in dieser seiner Lieblingskunstrecht zu vervollkommnen, widmete er sich ihr 1757 ein ganzes Jahr,und löste dabei die schwierigsten Aufgaben, so z. B. brachte erfünf Landschaften zu Stande, die wahre Kunstwerke sind. Ohneseine Verdienste um typographisch« Schönheit hinreichend erkanntund belohnt zu sehen, starb der bescheidene Künstler den izten Aug.1788. — Sein Sohn, Joh. Fried r. Gottlieb Unger, geb.1750, trat rühmlich in die Fnßstapfen seines Baters, Und wardeiner der ausgezeichnetsten Männer seines Faches. Seine Bemü-hungen gingen dahin, die deutsche Schrift durch mehr Abrundungund Annäherung a« die lateinische zu verschönern und ihr so vielEinfachheit zu geben, daß sie zwischen der gothisch-deutschen undcchtrömischen Curentschrift gleichsam in der Mitte stände. So ent-stand denn die sogenannte ungerlche Schrift, die man zu gebrauchenbereits sehr wieder nachgelassen hat. Noch größer waren seine Ver-dienste in der Holzschneidekunst. Er brachte es darin zu einemGrad der Vollkommenheit wie bisher noch kein deutscher Künstler.Es wurde ihm daher der Titel eines Professors ertheilt, nachdem er schonMitglied des Senats der königl. Akademie der bildenden Künste ge-worden war. Als Buchhändler zeigte er den rühmlichsten Eiferund großeThätigkeit bis an seinen Tod, der schon am 26stenDecemb.1804 erfolgte.

Unglaube ist die Weigerung, Wahrheiten anzuerkennen, dieentweder durch zuverlässige historische Zeugnisse bekräftigt, oder inunmittelbaren Bewußtseyn der menschlichen Vernunft gegründet,oder durch das Ansetzn der geoffenbarten Religion verbürgt sind.Im erstern Falle befindet sich der g em ein e Unglaube, der, diewissenschaftlich ausgemittelte Geschichte umwerfend, alles menschli-che Wissen v-rnichtet und gegen Thatsachen protestirend, Unsinn