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Zenhter Band. To bis Z.]
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Unigcnitus 209

wird; im andern der philosophische oder vielmehr unphiloso-phische, der Postulaten der Vernunft, z. B. der Lehren vom Da-seyn Gottes und von der geistigen Natur der Menschenseele, ihreursprüngliche'.Gültigkeit streitig macht; im letzten der reli».oseoder vielmehr irreligiöse, der entweder, wie der Naturalismuspflegt, der göttlichen Offenbarung überhaupt, oder einer gewissenForm und Weise derselben, wie Jgden, Mohammedaner und Hei-,den (Ungläubige im kirchlichen Sinne) der christlichen Religion,oder einzelner Reltgionslehrgn, wie vie Socinianer der LrinttärS-.lehre, die Glaubwürdigkeit abspricht. Das Verfahren des vorsätz-lichen Unglaubens »für die Wahrheiten, die er verwirft. - Übcrzeu-gungsgründe zu fodern, die sich nach der Natur der Sache nichtgeben lassen," ist eben so unbillig als ungereimt. Zudem er au-genscheinliche, in die Sinne fallende Beweise ;ür üb.»sinnliche Ge-genstände, z. B. den Anblick geistiger Wesen, oder positive Be-griffsbestimmungen von unbegreiflichen Dingen, z, B. von derEwigkeit Gottes, verlangt, werden die Mißverständnisse, von de-,nen er ausgeht, sogleich erkennbar. Wenn aber auch der rela-tive Unglaube, oder das Sträuben gegen die Anutchws einzelner,subjektiv nicht gleich einleuchtender Wahrheiten nur.uurcr die Inkonse-quenzen gehört, so ist der absolute, der alles, was. geglaubtwerden soll, schlechthin verwirft, eine der größten Berirrungen desmenschlichen Verstandes, die nie ohne nachtyei'ige Folgen für dieSittlichkeit bleibt. Meisreuthcilv hat der Unglaube seinen Grundin den Neigungen des Herzens, die bei einer strengen, beschwprll-chen Wahrheit ihre Rechnung nicht finden, und bezieht er sich ausdie übersinnliche Welt, die die Religion uns ausschließt, so werdenseine Ursachen im Mangel a» Bildung und Sinn für das Höherezu suchen sey». Mit allen diese» Arte» des Unglaubens ist jedochdie Bedenklichkeit des Philosophen, sich für »«geprüfte Behauptun-gen zu erklären, ober in Sachen der Überzeugung Autoritäten an-zuerkennen, nicht zu verwechseln. Diese Schwergläubigkeit kannaus der reinsten Wahrheitsliebe entspringen. Wergl. die ArtikelGlaube, Znd.ifferenltsmus, Skepsis. L.

dlniA«i!irus Dpi -kilins erc. sind die Anfanasworte ei-ner vom Papst Clemens XI. 171Z erlassene» Bulle, dieftmter demNamen der Constitution Unigenetus eine dem päpstlichen An-seht! und dem Frieden der katholische» Kirche sehr gefährliche Cele-brität erhalten hat. Um einen Hauptstreich zur Unterdrückung derJansenisten auszuführen, entwarf die jesuitische Partei am HofeLudwigs XIV., besonders der Beichtvater des Königs le Lellier,diese Bulle, und nöthigte ihre Bekanntmachung dem Papste ab.ES waren darin 101 unverfängliche, mit Bibel und Kirchenlehrsfast wörtlich übereinstimmende Sätze aus den damals sehr beliebtenmoralischen Betrachtungen über das neue Testament,die Paschasius Quesnel, sonst Priester des Oratoriums zu Pa-ris, nun im Exil zu Amsterdam, seiner französischen-Übersetzungdes N. Lest. beigefügt hatte, mit allgemeinen. Machtsprüchen, alsketzerische und gotteslästerliche, oder doch anstrßlge Behauptungenverdammt. Nur die Wuth der Jes litsn wider Quesnel, denman nach Aysaülds und Nicoles Tod. als Wortführer des Janse-uismus betrachtete (vergl. d. Art. I msen), und wider den all-gemein verehrten Erzbischof von Pari , Cardinal Noailles (s.d. Art.), der Luesnels Buch öffentlich empfohlen hatte, und seineConv. Nx. 4 te Assi. X, FH