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rung. Friedlicher gingen die Theologe» beider Theile von de»übrigens fruchtlosen Religionsgesprächen zu Leipzig i6zi und zuCaffel i66i aus einander. In diesem Jahrhunderte wollte nu»auch ein einzelner Mann ausrichten, was den Fürsten und gelehr-ten Korporationen beider evangelischen Kirchen bisher mißlungenwar. Der Engländer John Dury, anfangs Prediger der eng-lischen Gemeinde zu Elbing, wendete den größten Lheit seines Le-bens (starb 1680 zu Caffn) auf, UM durch Reisen in alle prote'-stantiscken Länder von Europa und Verhandlungen mit den Hö-fen, Obrigkeiten, Universitäten und geistlichen Ministerien dieItnion der englischen, holländischen, schweizerischen und deutschenresormirten Kirchen mit den lutherischen zu bewerkstelligen. Dochungeachtet der Unterstützung, die er in England und einigen Ge-genden Deutschlands fand, blieben seine fast Zajährigen, eine»leichtsinnigen oder unredlichen Gyneretismus endlich verdächtig ge-wordenen Bemühungen ohne Wirkung. Mehr versprach man sichvon den Maßregeln des resormirten preußischen Hofes in dieserSache. König Friedrich l. veranstaltete 170Z Berathschlagun-gen reformirter und lutherischer Theologen zu Berlin, ließ Unions-krrchen, wo beide Konfessionen sich zu aemeinschastlickiem Gottes-dienste verbinden sollten, in Berlin Und tzharlotleaburg einweihen,in den Waisenhäusern zu Berlin und Königsberg Kinder beiderKonfessionen zusammenbringen und 1706 Entwürfe zur Einführungder englischen Liturgie in seinen Staaten machen. Weil er aberdock billig genug war, nichts erzwingen zu wollen, wurden dieseUnionsv rsuche durch die nicht ungegründete Besorgnis! der lutheri-schen Theologen, ihrer Kirche dabei zu viel vergeben zu müssen, ver-eitelt Derselbe Grund hinderte die Genehmigung der nach Anlei-tung einer AussLhnungsschrift des tübingischen Theologe» Klemm1710 von.den protestantischen Rcickstagsgesandten zu Regensburgin Überlegung genommenen ig Unionspunkte, und als diese Ge-sandt-» 1722 einen unter Berathung des tübingischen KanzlersPfaff rm Namen der evangelischen Reichsstände abgefaßten Verei-nigunasentwurs zur Ratifikation bringen wollten, protestirtcn dieKonsistorien zu Dresd.n und Gotha mir einem Nachdruck dagegen,der das ganze Unternehmen rückgängig machte. Dennoch dachte derKönig von -Preußen Friedrich Wilhelm t. darauf, diese Ideewenigstens in se,nen Staaten zur Ausführung zu bringen. Erwollte seiner Eeits gern der calvin-Ichen Prädestinationstheorieentsagen, wenn nur die Lutherischen ihre mit dem resormirten Cul-tus unvereinbaren Ceremonien aufgäben und verordnete 17Z6wirklich die Abschaffung des Sinqens der Coliectcn, der Chorhem-den. Meßgewänder und Lichter beim Abendmahl, wozu auch diemeisten lutherischen Gemeinden in seinem Ruche sich verstanden.Da aber 1740 Friedrich II die vorige Freiheit wieder herstellte,gingen einiae derselben gleich zu den alten Formen des lutherische»Cultus zurück. Rechtlich konnte auch das kleine, meist aus Cslo-nisten bestebendaHäuflein reformirter Unterthanen —18 bis 20^000die Preußen damals hatte, nicht verlangen, daß die Millionenlutter-scher Unterthanen sich nach ihm bequemen sollten, und wiesehr immer die fortschreitende Aufklärung eine Übereinkunft in denC r monien erleichterte, ja selbst eine Annäherung der Ansichtenvon den Unter,ch'sdimgsiehr-n b-ider Konfessionen beförderte, blie-be» doch die bedeutenden Vortheile, welche die Lutherischen in An-