2 2c, Unikat Universitäten
164 Kirchen unter einem Superintendenten und zwei Consistoriw,auch zu Cluusenburg, ihrem Hauptsitze und zu Lhoarda gelehrteSchuten habxn. In Cultur und Kirchenverfaffung stimmen sieincistentheils mit den Protestanten übercin. Ob sie gleich gemei-niglich Sociniansr genannt werden, «eicht doch ihr Lchrbegriffmerklich vom socinischen ab und verdient nicht alle die Borwürfe,die theils die Uneinigkeit der polnischen unitarifchen Schriftsteller,theils der Sectcnhaß der occidcntalischen Christen veranlaßt undbis auf die neuesten Zeiten zu ihrem Nachtheile in Umlauf erhal-ten hat. Dieser zu wenig bekannte Lehrbegriff der siebenbärgischenUnstarrer kann am besten nach dem 1787 unter demTitelr SummalslicaloAM eacnmlum Cnimrios zu Ciansenburg erschienenen dcg-matischM Werke ihres Professors Markos beurtheilt werde».Daraus erhellt, daß sie die Bibel als die einzige Quelle ihrer Re-ligionscrkcnnrniß achten, aber an manchen Stellen willkürlich aus-legen, Jesum als den Sohn Gottes ehren, aber ihn auch nachseiner Gottheit dem Vater subordmiren und sein Erlösungswerkdurch schriftwidriges Allegorisiren in ein dem evangelischen Lehrbe-griffe mehrfältig widersprechendes Licht stellen und die Sakramentekeinesweges als Gnademnlttel, sondern nur als heilige Gebrauchebegehen. Ihre Moral kann dagegen nicht schrkftwidrig genannt«erden. Der Geist ihrer Glaubenslehre, die noch viel Unbegreif-liches im historischen Christenthums stehen läßt, wird am richtig-sten als ein auf halbem Wege gebliebener und daher inkonsequen-ter Rationalismus charakterisrrt, den die'theologischen Schulender neuen Protestanten immer noch sehr altgläubig finden werden.In ihrer wissenschaftlichen Bildung stehen sie weit hinter den Pro-testanten zurück. Bgl. d. Art. So ein kan er und Socinia-nismus. T.
Unitat der evangelischen Brütet, siehe d. Art. Brüder-gemeinde.
Universitäten sind hohe Schulen, auf welchen alle Haupt-und wichtigen Hülfswissenschaften gelehrt werden, und die zu-gleich das Recht haben, in allen Häuptwiffenschaften die höchstenWürden Zu ertheilen. Sie unterscheiden sich dadurch von den ei-gentlichen Akademien (s- d. Art.), die eine Bereinigung vonGelehrten zu einem gemeinschaftlichen wissenschaftlichen Zweck sind,bei welchen aber keine Verbindung zwischen Lehrenden und Lernen-den, keine Ertheilung von Graden oder Würden Statt findet, obman gleich in Deutschland seit dem löten Jahrhunderte die Be-nennungen Akademie und Universität als gleichbedeutend braucht.Die Universitäten unterscheiden .sich ferner von den Lyceen undGymnasien, wo nur eine oder einige der Häuptwiffenschaften ge-lehrt, und keine Grade ertheilt werden. Der mteinrsche NameVnrvors 1 t->s (das Ganze, die Gesammtheit) kam im Anfangedes rzten Jahrhunderts auf, und man bezeichnete damit zuerst dieGcfammtzahl der Studirenden oder Schüler, in der Folge die aneinem Orte vereinigte Gesammtheit der Lehrenden und Lernenden(nniversitss üoctoriim er scolarirM), später brauchte man denAusdruck nnivorsicos liwraruiri, um anzuzeigen, daß auf einerUniversität alle Haupt- und Hülfswissenschaften gelehrt würden.Bei den Alten hießen die Lebrinstitute sdiol-w oder srnäia; dieseletzcre Benennung blieb in Jtälien am längsten gewöhnlich, undman findet noch in ältern Schriftstellern die Ausdrücke Sruclium