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Zenhter Band. To bis Z.]
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Urkunde , Urphede 239

« 8 g, und der berühmte St. Gotthard 8765 Fuß Hoch sich erhebe»,eingeengt und beide zoZ Q. Meile groß, machen seine Oberfläch««u«, worauf nur auf einigen Blößen etwas Korn, Hülsenfrücht««nd Gemüse gedeihen; der Rest besteht aus Felsen und Alpen,weiden, die ein armes, kaum 15,000 Köpfe zählendes Hirtenvolkbewohnt, das seinen Hauptunlerhalt aus der Rindviehzucht undaus der Straße, die über den St. Gotthard nach Italien führt,zieht. Die Religion ist katholisch; die höchste Gewalt steht bei derLandesgemeinde, wozu jeder Bürger über 20 Jahre Zutritt hat,die vollziehende Gewalt übt der Landrath au«. Städte finden sichhier nicht; der Hauptficcken und Sitz der Regierung heißt Astorf.

Urkunde heißt ursprünglich jede» Zeugniß zur Bekräftigungder Wahrhaftigkeit einer Sache oder Handlung; daher kündenund Urkunden, davon Zeugniß geben. Insbesondere jedes ge»schrieben« Zeugniß; daher Urkunden von einer Sache, geschriebeneZeugnisse. In dieser letztern Bedeutung heißen alle Diplome Ur-kunden (s. d. Art. Diplom und Diplom« tik). Daher Go«schichtSurkunden und Urkundenstudium.

Urlaub, überhaupt die Erlaubniß; in engerer Bedeutungdie von einem Vorgesetzten erhaltene Erlaubniß, sich auf einig«Zeit zu entfernen. Daher sich beurlauben, wenn man weggeht.Besonders gebraucht man es von der den Soldaten gegebenen Er-laubniß, sich auf eine gewisse Zeit aus ihrem Standorte entfernen,sich in die Heimath begeben zu dürfen. Bestimmter Und unbestimm-ter Urlaub, d. h. wo der Tag des WiederkommenS bestimmt aus-gedrückt ist, oder noch zu bestimmen vorbehalten wirb.

Urne, ein rundes Gefäß von gefälliger Form, welches bei denAlten dazu diente, die Asche der verbrannten Todten aufzubewah-ren. Diese Urnen wurden in den Grüften oder Grqbgewölbernin Seiten-Nischen beigesetzt, oder auch an Sarkophagen ange-bracht, und waren von verschiedener Größe, bald von Marmor,bald von Erz. Jedes andere so gestaltete Gefäß, daher Lhrä,nenkrüge oder Urnen, kleine Gefäße von Thon oder Glas,worin man die für verstorbene Verwandte vergossenen Thränensammelte und aufbewahrte; Urnen, woraus die Nymphen undFlußgötter Wasser strömen lassen; Urnen, worin man z. B. beiWahlen und andern Abstimmungen die Kugeln sammelt. Auf un-sern Grabmälern werden die Urnen jetzt sehr häufig angebracht,und sind durch Mannichfaltkgkeit und gefällig« Form ein Hülfs,Mittel zur Verschönerung. Von Urnen der Alten hat Mont-saucon in einem eigenen prächtigen Werke zahlreiche Abbildun-gen gesammelt und aufbewahrt.

Urphede soll, nach Adelung, Urfehde geschrieben werden,und aus den Worten Fehde, Krieg, thätliche Feindschaft, und ur, ssviel als u n, zusammengesetzt seßn; Urfehde würd- also so viel bedeuten,als Unterlassung aller Fehde. Es ist ein altes, jetzt nur noch inden Rechten übliches Wort, und bedeutet ein eidliches Versprechen,sich wegen einer erlittenen Beleidigung, besonders wegen ausge-standenen BerhafteS nicht rächen zu wollen, Urphede ist also derEid einer entlassenen und verwiesenen Verhafteten, das Land, auswelchem er verwiesen worden, nicht wieder zu betreten, noch weni-ger an demselben und dessen Bewohnern sich zu rächen. In diesemSinne sagt man, daß einer di« Ur-phede geschworen habe. Die G«.