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jenigen, auf den ein Wechsel gezogen worden, zur Zahlung dessel-ben, nach Sicht (oder Ansicht der Weckseis, gestattet istl DieserUso oder Nachsichtssrist ist nicht überall einerlei, auch bisweilen aueinem und demselben Orte, nach der Entfernung der Lander, aus«eichen Üie Wechsel eingehen, verschieden. So ist z. B. in Am-sterdam der Uso für die Wechsel aus Deutschland und her Schweiz,14 Tage nach Sicht, aus Italien, Spanien und Portugal 2 Mo-nat«, aus den übrigen Ländern einen Monat nach Dato des Briefs.In London sind diese Fristen noch länger, und für die Wechselaus Deutschland ist der Uso ein Monat. Außer diesem sind nochan beiden Orten Respekttage, in London 3, in Amsterdam 6, die»ach dem Verfalltage des Wechsels anfangen. In Leipzig ist derUso durchgehcnds 14 Tage nach der Acceptirung des Wechsels; Re-spekttage finden hier nicht Statt.
Usufructus (Nießbrauch, Nutznießung), heißt in der Rechts-wissenschaft der rechtliche Gebrauch einer Sache, von der man we-der Eigenthümer noch Pächter ist. So z. B. hat der Bater denNießbrauch des Vermögens der Kinder, das ihnen als mütterli-ches Erbtheil durch den Tod der Mutter anheimgefallen ist, so lan-ge die Kinder noch unter seiner väterlichen Gewalt stehen. Asu-fructuarius heißt derjenige, der eine Sache auf solche Weisenutznießen darf.
Usurpator (aus d. Lat. usurpar«), wird derjenige genannt,der auf widerrechtliche Weise die Staatsgewalt, einen Thron odersonst fremdes Eigenthum an sich reißt, mehr unter dem Schein«irgend «inks Rechtsgrundes, als aus offener Raubsucht. Der Laufder Zeit gestaltet die erste Usurpation zu einem rechtlichen Verhält-nisse, denn alle Machthaber hüben entweder durch Entfernung ih-rer Vorfahren oder durch allmählige Zueignung der Staatsgewaltihre Thronen erbaut. Die neueste Zeit hat nach der Rückkehr d«Bourbonen auf den französischen Thron das Princip der Legitimi-tät der Usurpation scharf entgegengesetzt, und die Ausbildung die-se« Princips ist der eigentliche Gegenstand und Inhalt der jetzige»Stuatsgeschichte.
Utopien (aus dem Griech,), Nirgendwo, ein Land, das nichtwirklich eristirt. Der berühmte englische Kanzler unter HeinrichThomas Morus (starb 15Z5)» schrieb einen politischen Ro-man, Utopia, in welchem er das Ideal eines vollkommnen Frei-staates aufstellte, wie er aber freilich nirgends anzutreffcn ist-Nach dieser Idee verfertigte gegen das Ende des i/ten Jahrhundertsder kaiserlich österreichische General Schrebeiin eine moralisch-sa-tirische Landkarte unter dem Namen: Pahula Llropiae oderSchlaraffenland. Utopien und Schlaraffenland sind also gleichbedeu-tende Namen eines bloß ideaiischen Landes, dessen Einwvhuer voll-kommen glücklich sind.
Dr, ke, IVli, eeo. Vr heißt in der Musik die erste dersogenannten gmdonische» Sylben, womit man noch gegenwärtigin Frankreich und Italien die Töne der diatonischen Tonleiter(d. h. einer Stufenfolge von ? ganzen und 2 großen halbenTönen) bezeichnet. — Guido d'Arezzo nämlich (auch Aretinus ge-nannt), ein Benedictinermönch und nachmaliger Abt zu Avcllana,aus Arezzo gebürtig, im irren Jahrhundert, macht« sich beson-ders durch seine Unterrichtsmethode im Gesänge (ein Pestalozzi da-maliger Aeit) und durch andere bedeutende Verbesserungen der da-