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Zenhter Band. To bis Z.]
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264 Vairini

der Weinstock Knoten hat, aus welche» hellgrüne, den Lorbeer-blättern ähnelnde Blätter hervorkommen. Sie treibt einen sehrlangen Stengel, der sich, wie der Weinstock, mit Hülfe seinerkleinen Kübeln um Bäume schlingt, aber auch, wenn deren keinein der Naye sind, auf der Erde fortläuft. Die Blüthe ist weiß-lich gelb. Aus dieser bildet sich, als die Frucht der Pflanze, eineungefähr sechs Zoll lange, schmale, rauhe und braune Saqmen-kaptel, rn Form einer Schote. Das Innre dieser Schote ist miteinem röthlichen, gcwürzhaften Mark belegt, und enthält eineschwarze, dlichte, balsamische Feuchtigkeit, in welcher sich eineMenge kleiner, schwarzer und glänzender Körner befinden. VomEnde des Septembers an bis zu Ende des December- sammeltman diese Schoten, trocknet sie einige Wochen hindurch im Schat-ten, überstreicht sie mit Ol, um die Jnsecten abzuhalten, und zuverhüten, daß sie nicht ganz vertrocknen und zerbrechen, undlegt sie dann partienweise in Packele, die mit dünnen Blei- oderZinnplatten umgeben werden, damit die Schoten den Geruch nichtverlieren. Auf diese Art bringen sie die Spanier, die mit diesemArtikel einen beträchtlichen Handel treiben, über Cadir nach Eu-ropa; doch werden sie auch von andern Nationen, die mit demspanischen Amerika, einen Schleichhandel unterhalten, eingeführt.ES, gibt drei Sorten dieser Schoten; die beste derselben, und diegewöhnlich in Handel kommt, wächst auf den ganz hohen Gebir-gen in Rculpanien. Die eigentliche Cultur dieser Pflanze wirdvon den Landeseingeborncn, die sich ausschließlich damit beschäfti-gen, als ein Geheimniß bewahrt. Die feinen, flüchtigen und ge-würzhaften Bestandtheile der Vanille sind nervenstärkend, unddurch den Reiz, den sie im menschlichen Körper erregen, heilsam,können aber auch durch zu starken Gebrauch sehr schädlich werde».Am häufigsten bedient man sich der Vanille bei der Zubereitungder Cboccolatc, dann auch zu feinern Speisen; man hat sie sogarbisweilen als Medicin gebraucht.

Ban ini (Lucilio^ oder wie er sich später auf den Titelnseiner Schriften nannte, Julius Cäsar Vanini), war ein gelehrterItaliener «m Ende des i6ten und Anfange des 17t«» Jahrhun-derts, der von seinen Zeitgenossen des Atheismus beschuldigt, unddeßwegen, dem Geiste jenes Zeitalters gemäß, nach, dem Urtheils-spruche eines Tribunals verbrannt wurde, in der Folge aber vonmehreren Gelehrten, namentlich von Bayle und Voltaire, ver-theidigt worden ist. Banini war 1585 zu Tauresano im Kö-nigreiche Neapel gebor-'-. legte sich frühzeitig und mit Eifer aufdie Wissenschaften, und studkrte zu Rom und Padua Philosophie,Theologie, Rechtswissenschaft und Astrologie. Er wurde zumPriest.r geweiht, und sing an zu predigen, gab aber diese Be-schäftigung bald wieder auf, und widmete sich ganz dem Studi-ren. Nach damaliger Art konnte er für einen 'Polyhistor gelten,oder hatte wenigstens die Eitelkeit, als solcher zu erscheinen. Erdurckreis'ke nachher einen Theil von Deutschland, Böhmen undder Niederlande, hielt sich eine Zeit lang in Genf und Lyon auf,wo er sich mit dem Unterrichte junger Leute beschäftigte, fand sichveranlaßt, von letzter« Orte »ach England zu flüchten, wurdehier ins Gefängniß gesetzt, und ging nach erhaltener Freiheit,nachLyon zurück. An allen diesen Orten hatte er sich durch sein« Äuße-rungen über die Religion verdächtig gemacht, und einen Übeln