Darmas Varro 2 ö 7
durch Zergliederung der Hauptvotcn der Melodien, durch Einmi-schung durchgehender, harmonischer Neben- oder Wechsainoseu, m -lodische Verzierungen der einfachen Noten, und andere dergleichenHülfsmittel, zum Theil auch durch veränderte Harmonie u. s. w.bewirkt. Das Haupt.rfodecniß hierbei ist, daß man bei allen die-sen verschiedenen Modifikationen der Melodie eines solchen Nahesdie Grundzüae derselben nie ganz unterdrückt, und der Hauptge-sang nicht dadurch ganz aus dem Gedächiniß verwischt wird. DerHauptsatz, welcher auf diele Art variirt wi d. beißt das Thema,und es heißt daher die Regel: In einer jeden Variation muß mandie Haupkmelodie des Thema's bestimmt bemerken. Ein Lbemawird entweder so variirt, daß jede auf obige Art modistc'.rte Wie-derholung desselben einen für sich bestehenden, ohne Beziehung aufdie übrige» Veränderungen, in sich abge chloffenen Satz, von durch-aus gleichem rhythmischen Umfange wie das Th'ma, bildet, oderes wird so variirt, daß man daher nicht so streng auf das Themasowohl in Hinsicht des zu Grunde liegenden Hauptg?san„.es alsdes Umfanges Rücksicht nimmt, die Veränderungen mehr oder we-niger ausführt, oder sie durch eingeschaltete Zwischensätze so verbin-det, daß sie, nickt jede für sich bestehend, sondern zusammen einGanzes bilden. Im ersternZall nennt man den Satz (das Thema)streng variirt, und solche Veränderunaen beißen dann Variationen(vrri-w.io-li) im eigentlichen Ginn. Dergleichen werden gewöhn-lich für eine Hauptstimme entweder allein oder mit Be-gleitung anderer, zuweilen aber auch für mehrere Stimmen ab-wechselnd (concertirend) gesetzt. Man hat deren eine unzähligeMenge für plle Instrumente wie für den Gelang. Im letzter»Fall aber nennt man diese Veräud rungeu freie Variitionen,oder bloß einen variirten Satz,, und dergleichen sind z. B. die mei-sten Andante's (oder überhaupt'Mittelsätze) in den Symphonienvon Haydn (welcher diese Manier zuerst einführte), von Beet-hoven, Romberg, Mozart u. a. m. Auch macht man davon inQuartetten, Trio's, Sonaten u. s. w. Gebrauch.
Barinas, eine Sorte guter Coaster, der seinen Namen vonder Stadt Varrnas in der Provinz Venezu-la im spanischen Süd-amerika erhalten hat, wo er vorzüglich gebaut wird. Die Blättersind schmal, rauh, zugespitzt und -- Zoll lang. Unter diesem Na-men wird aber auch virginischer Tabak zubereitet und verkauft.
Varro (Marcus Lerentius), einer der gelehrtesten Männerund fruchtbarer Schriftsteller des alten Roms, geb. im I. RomSüzo oder ii5 Jahre vor der christlichen -Zeitrechnung. Er dientein seinen jüngern Jahren im Kriege, bekleidete nachher die Würdeeines Tribuns und andre öffentliche Ämter, war ein vertrauterFreund des Cicero, wurde in der Revolution, welche dje römischeRepublik vernichtete, vom Antvnius ins Exil geschickt, kam aberunter Augustus wieder nach Rom zurück, und starb da gy Jahrealt mit dem Ruhme des allergelehrrcsten Römers, wenigstens desgelehrtesten Kritikers seiner Zeit. Er hat sehr viel über Speack«,Geschichte und Philosophie geschrieben; die Anzahl seiner Schrif-ten soll gegen 500 betragen haben, aber es sind davon nur zweibis auf unsre Zeiten erhalten worden: ein Werk über die stand,wirthschaft (äs re rnstic») in drei Büchern, und die Fragmentevon einem andern über die lateinische Sprache. Das, was in die-sem letzter» über die Abstammung (Etymologie) der Wörter enk-