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rechnung im Lande der Brukterer am Ufer der Lippe sich aushielt.Sie wohnte in einem hohen Thurme, und konnte weder gesehennoch gesprochen werden; ihren nächsten Verwandten bloß war ergestattet, die Vermittler zwischen ihr und denen zu seyn, die siebefragten. Die Römer hegten große Furcht vor dieser Prophetin,weil st« auf die Gemüther der Deutschen großen Einfluß ausübte.Übrigens ruht alles in so tiefem Dunkel, daß man nähere Umstän-de von den Verhältnissen dieser Prophetin gar nicht angeben kann.Vielleicht ist fie mehr als ein bestehender Charakter, denn als eineeigene Person zu betrachten. In dieser Beziehung hat man auchdas in Thüringen und Vogtland bekannte Gespennst Holle oderFrauHolde mit ihr in Verbindung bringen wollen.
Velin (franz.), das feinste Pergament, das aus Kalbshaut,«nb zwar von unzeitigen Kälbern (vÄor) gemacht wird. Velin-papier (pLxioi velui), Papier, das so weiß und so gleich ist,wie Pergament, ohne daß in demselben die Abdrücke von denFormdrähtrn, wie bei dem gewöhnlichen Papier, sichtbar sind.
Veliten waren bei den Römern junge, leichtbewaffnete Sol-daten, die im Treffen nicht in Reihe und Glied, sondern vor derFronte agirten, sich nöthigenfalls zwischen die Glieder des erstenTreffens (Lastaei) zurückzogen, folglich bloß scharmuzirten und ingewisser Art unsere heutigen Tirailleurs vorstellten. Das davonHerstammende lateinische Wort velilaclo, das Scharmuziren, wirdjetzt auch bisweilen im Französischen gebraucht, um ein leichte-Gefecht zu bezeichnen. Bei den französischen Infanterie - Regimen-tern wurden unter der kaiserlichen Regierung auch Veliten einge-führt. In der österreichischenArmeenenntmandiebeidenHusarenr«gimentern als Landwehr sich befindlichen Ungarn ebenfalls Veliten.
Bella. Der Abbate Bella hat sich durch einen merkwürdige»literarischen Betrug vor etwa so Jahren bekannt gemacht. Ali»in geborner Maltheser war er mit dem arabischen Dialekt, dernoch jetzt auf'dieser Insel gesprochen wird, vertraut. Nachherscheint er die Küsten der Barbarei bereist zu haben. Dort, gader vor, habe er in einer Moschee ein« Handschrift gefunden undan sich gebracht, welche mehrere der verloren gegangenen Bücherdes Livius in arabischer Sprache enthielte. Nächstdem besaß er«ach seinem Vorgeben eine Handschrift voll der wichtigsten Urkun-den aus der Zeit des Königs Roger, wie auch einen Siegelring,aus dessen arabischer (cufischer) Inschrift hervorgehen sollte, daßderselbegleichfalls dem König Roger gehörthabe. Jene Urkundensamm-lung war aus dem Grunde sehr wichtig, weil durch fie die Privi-legien des Adels auf Sicilien, die sich aus der Zeit Rogers Her-schreiben, größtentheilS vernichtet wurden. Bella gab dem Königevon Neapel von seinen angeblichen Schätzen Nachricht und fand,besonders wegen jener Urkundensammlung, die günstigste Ausnah-me, Sowohl der tlollex äiploiv»ticlis, als auch der Livius soll-ten arabisch mit einer von Bella gefertigten ital. Übersetzung achkönigl. Kosten im Druck erscheinen. So sonderbar es auchwar, daß Bella seine Handschriften nie aus den Händen gabund nur mit höchster Vorsicht und Schüchternheit solchen Pers^«en, die kein Arabisch verständen, vorzeigte, so konnte man dochkeinen, Argwohn schöpfen, da die Proben des Originals undder Übersetzung, welche den Gelehrten zur Prüfung vorge-legt wurden, ihren Beifall erhielten, Selbst Olaus Lychsen, dem