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Zenhter Band. To bis Z.]
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Vestcjus Pakerculus Veltlin

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zu gleichem Zwecke ein Bruchstück des Livius zugesandt worden,konnte Bella's rlivinuiri iiiAeniirm nicht genug preisen. S»erschien der Eosiex «liploin»ricu» (in einigen Quartbän-den) und der erste Theil des Livius in einem starken Foliobandgegen Ende des vorigen Jahrhundert«. Da trat unerwartet derbekannte Joseph Hager, ein Mann, der selbst nicht ohne gelehrteCharlatancrie und des Arabischen wenig kundig ist, auf, und machtebemerklich, daß in Bella's Livius gewisse Eigennamen ganz ander«geschrieben wären, als sie die Araber schrieben; er behauptete fer-ner, die Inschrift des Siegelrings stimme mit Bella's Übersetzungnicht überein, ohne daß er sie jedoch zu übersetzen wagte. Au«diesen und andern äußern Umständen zog Hager den Schluß, daßein Betrug zum Grunde liege. Er wachte dies in einer kleinenSchrift bekannt. Jetzt fiel den gelehrten Prüfern der Schleiervon den Augen. Sie sahen, daß das Arabische in beiden Werkennicht die gewönliche Schriftsprache, sondern der verdorbene Dia-lect von Malta, daß der Livius eine dürftige Kompilation au«den vorhandenen Quellen und ebenso der Codex dipl. ein neuere«Machwerksey. Tychscn entzifferte und übersetzte die Inschrift des Rin-ges, die einen Spruch des Coran enthielt. Man untersuchte jetzt dk«Handschriften und der Betrug war unläugbar. Bella kam ins Gefäng-niß und starb wahrscheinlich darin, indeß'blieb über der ganze»Sache ein gewisses Dunkel. Merkwürdig ist dieser Betrug an undfür sich, aber noch merkwürdiger dadurch, daß ihn ein Unwissen-der entdeckte, während Sachkenner sich täuschen ließen.

Bellejus Paterculus, ein römischer Geschichtschreiberaus dem Zeitalter des Augustus, lebte ungefähr 20 Jahre vor undzr Jahre nach der christlichen Zeitrechnung, und stammte aus einerangesehenen Familie in Campanien. Er commandirte die Reitereibei der römischen Armee in Deutschland unter Tiberius, folgte die-sem auch in seinen andern Feldzügen, und wurde zuletzt Prätorin Rom. Er war ein eifriger Anhänger und Lobredner des Tibe-rius und seines Günstlings Sejan. Man vermuthet daher auch,daß er in den Proceß des letzter» (s. d. Art. Sejan) mit verwik-kelt worden und dabei umgekommen sey. Von seinem AuSzug derrömischen Geschichte, der in gutem Latein, aber nicht ohne Partei-lichkeit für die damals regierende Familie geschrieben ist,, und vielSchmeicheleien für Tiberius und Sejan enthält, sind noch zweiBücher übrig, von denen jedoch der Anfang fehlt. Die erste Aus-gabe dieses Schriftstellers besorgte Rhenanus, Basel 1520 Fol. Diebeste Ausgabe, die man von ihm hat, ist von David Ruhnken,L-yden, 1777.

Beltlin (Beltelkn, Baltelkn, lat. völlig tellina) eine kleine,«der in natürlicher und politischerHinsicht merkwürdige Landschaft,sonst der Schweiz, und zwar Graubünden zugehörig, jetzt ein Theildes lombardisch - venetianischcn Königreichs. Dieses Ländchen ist8 geographische Meilen lang und 2 bis 5 Meilen breit, bildet ei»überaus fruchtbares Thal, das seiner ganzen Länge nach von derfruchtbaren Adda durchströmt wird, und viele Arten Früchte, vor-züglich guten Wein hervorbringt. Es gehörte ehmals zum Her-zogthum Mailand; im I. 1512 kam cS durch einen Vertrag anGraubünden. Es wurde immer als ein wichtiger militärischerPunkt angesehen, daher suchten auch Österreich und Spanien, al«dieses noch in Italien mächtig war, in der ersten Hälfte des i7te»