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Zenhter Band. To bis Z.]
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Venedig 287

aristokratiSmus in Beledig völlig sixirte, und nur den Familien, dieim goldenen Buche notier waren, die Regierung überließ. Jetztbreitete die Republik ihre Besitzungen auf dem festen Lande immerweiter aus, besonders nachdem das rioalisircnde Genua in demKampfe um die Oberherrschaft der Lombardei iZ8r unlergelegmhatte: Bicenza, Verona, Bassano, Feltre, Belluno und Paduamit ihren Gebieten wurden seit 1402, Friaul seih 1421 und Bres-cia, Bergamo und Crema 1428 Bestandtheile des venetianischenGebiets. Die Macht Venedigs war auf das höchste gestiegen, abernun traten auf einmal Umstände ein, die keine menschlicheKlugheitabzuwenden vermochte. Der Weg nach Ostindien wurde 1498 ent-deckt und der ostindische Handel verlor sich zu Alexandrien ganz;die Osmanen waren Herren von Cvnstantinopel geworden, und ihreMacht drückte alles vor sich her zu Boden; die Benetianer verlo-ren nach und nach an diese fürchterlichen Feinde, was sie im Ar-chipel und auf Morea besessen hatten, auch Albanien und Negro»ponte. Der schreckliche Sturm, womit die Lkgue von Cambrai1508 gedroht hatte, war zwar glücklich und mit wenigem Verlusteabgewendet, doch hatte dieser Krieg so große Anstrengungen verur-sacht, daß die Macht der Republik auf lange Zeit geschwächt war.Die Osmanen entrissen ihnen Cypern und Kandia, und der Besitzdes eroberten Morea war nur vorübergehend und mußte im passa-rowitzer Frieden wieder aufgegeben werden; doch vertheidigten sieund behielten Corfu und Dalmatien. Bon dieser Zeit an 171znahm die Republik an den Wclthändeln keinen wettern Antheil,und begnügte sich bloß, ihre veraltete Constitution zu bewahren undihr Gebiet, das noch fast Z Millionen Unterthanen zählte, zu be-haupten. Das gelang ihr auch bis 1797, wo sie sich gezwungensah, an dem Kampfe zwischen Österreich und Frankreich Theil zunehmen. Ein allgemeiner Aufstand des Volks erfolgte in dem Au-genblicke, wo der siegende Feldherr Buonaparte in Steyermarkeingedrungen war, die Franzosen wurden in den Rücken genom-men, aber leider schloß Österreich zu voreilig die Präliminarienzu Leoben ab, und die Existenz der Republik war vernichtet. Es halfnun nicht mehr, daß, um die Sieger zu beschwichtigen, schnell diealte aristokatische Verfassung in eine demokratische verwandelt wur-de: Venedig war einmal zum Opfer bestimmt. Durch den Friedenvon Eämpo Formio wurde das ganze Gebiet diesseit der Etsch mitDalmatien und Cattaro an Österreich, das jenseit der Etsch aberan das Königreich Italien gegeben, welchem 1M5 auch das Öster-reichsche Venedig und Dalmatien, jedoch ohne die Inseln der Le-vante zufiel. Doch macht Venedig mit seinem Gebiete gegenwär-tig von neuem einen integrirenden Bestandtheil des österreichischenKönigreichs Lombardei-Venedig aus, und ist unter die Gouverne-ments Mailand und Venedig vertheilt, Jstrien aber, nebst einigenInseln des Quanero zu dem Küstenlands des Gouvernements Tricst,und Dalmatien mit den dazu gehörigen Inseln zum GouvernementDalmatien geschlagen. Das eigentliche Gouvernement Venedig, einTheil des Königreichs Lombardei-Venedig, ist gegenwärtig 457^Q. Meilen groß, zählt 1,980,696 meistens italienische und katho-lische Bewohner und wird in 8 Delegationen, Venedig, Verona,Bicenza, Padua, Friaul, Treviso, Belluno und Rovigo, abge-theilt.

Venedig, Keneria, die österreichische Hauptstadt de«