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Zenhter Band. To bis Z.]
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238 Venedig

Gouvernements Venedig, einst zu den Zeiten ihres höchsten Florsdie Königin der Meere, und noch jetzt eine der merkwürdigste»Städte Italiens und des ganzen Erdbodens. Wenigstens lst eineStadt von der Größe, die ganz auf kleinen Jmeln ruht, undworin man statt der Straßen bloße Canäle, statt der Karren Bar-ken , und statt der Kutschen und Staatswagen schwarze Gondel»erblickt, einzig auf unsrer Erde. — Die Inseln, wor.uf dieSt -dt erbaut ist, und . deren nach Einigen yo, nach Andern 72 stynsollen, werden durch die Lagunen, einen sehr breiten und seichte»Meeresarm, von dem festen Lande getrennt und sind mit einanderdurch 450 Brücken, worunter die präckti-e Ponte Rtalro sich aus-zeichnet, verbunden. Die Häuser, worunter sich viele Paläste undprächt ge Kirchen, die zum Theil mit kostrarc» Denkmälern, zumTheil mit den herrlichsten Gemählden der venetianijchcn Schuleprangen, erhebin. sind meistens aus Pfählen gebaut und ste-hen fast sämmtlich mit der Hauptseite gegen die Canäle gekehrt,die sich hu breiten und langen Gassen öffnen, dagegen die ei-gentlichen Straßen kaum für Z neeen einander gehende Fuß-gänger gangbar sind. Es gibt nvar 41 öffentliche Plätze, aber,bloß der, Marcusplatz ausgenommen, verdient nicht einer die-sen Nan. en Der M wcusvlatz besteht eigentlich aus zwei, einenWinkelhaken bildenden Plätzen, und ist ringsumher mit Arkadenumgeben. Auf diesem Platze steht die St. Markuskirche, ein altesgothisches, geschmackloses, aber im Innern reich ausgeschmücktesGebäude, worin die heilige Sage den Körper des EvangelistenMarkus ruhen läßt. Bor derselben sind die antiken Pferde, dieeinst zu Constantinopel und neuerdings zu Paris standen, vonneuem aufgestellt. Der vormalige herzogliche Palast, worin letztdas österreichische Gouvernement seinen Sitz hat, ist ebenfalls vonalter gothischer Bauart; in demselben zeigt man noch die berühm-ten Slaatsgesängniffe oder Bleidächer, aber der ebenfalls berühmteSöwenrachen existirt längst nicht mehr. Übrigens ist der Markus-platz, den zwei hohe Säulen schmücken, das Palais royai der Ve-netianer, zugleich die einzige Promenade, der Sam«e-platz derFremden, der Abemeurer und Gaukler, so wie der Mittelpunktder Carnevalslustb arbeiten. Das Arsenal oder Zeughaus ist gleich-falls eine der größten Merkwürdigkeiten Venedigs, und steht imSestiere di castello; es bildet eine mit hohen Mauern und Lhür-Min umgebene Insel, die einen Umfang von § Meilen hat; indemselben findet man alles, was zu der Ausrüstung einer Flottegehört, sehr gute Docken, reiche Magazine, Tau- und Segeltuch-fabriken, Stückgießereien und Schmieden, Kirchen, Klöster undCapellen waren sonst in Menge vorhanden, doch sind die Pfarrkirchenbis auf die Patriarchat und 2y andere katholische Kirchen eingeschränkt.Außerdem besitzen hier Unirte, Armenier und Protestanten Kir-chen und die Juden 7 Synagogen. Unter den nützlichen Stiftun-gen sind merkwürdig das Conservatorio di Pieta, worin mehrerehundert Mädchen in weiblichen Arbeiten und jn der Muftk Unter-richt erkalten. Jn dieser Stiftung werden die künstlichen Wachs'blumen, die ganz Europa bewundert, verfertigt. Dann das Eon-servatorium der Musik mit einem Pensionate für 24 Zöglinge, dasvon jeher treffliche Künstler zog; die kaiserlich königliche Biblio-thek, die Akademie der schönen Künste, die Schiffayrtsschule, dasConvictlyceum u. a. Die Zahl der Häuser wird auf 15,000 an«