Wenerabile Venerische Krankheit 259
gegeben, aber der Einwohner waren iKrb nicht mehr als 116,340,worunter gegen 20,000 Bettler. Die vorzüglichsten Manufakturenbestehen in i^uch, in Gold- und Silbersteifen, in Masken, Gezd-drath und andern Goldarbeiten, Seife, Wachs, Theriak und che-mischen Produkten; in K!aS war Venedig vormals die Lehrerinvon Europa, aber das, was jetzt an Spiegeln und grdßern Glus-arbetten verfertigt wird, übertrifft Böhmen weit, und bloß dieTeleskope, Srillen und Perlen genießen einer verdienten Achtung.Im Ganzen ist die Fabrikation der Jnlelstadt außerordentlich ge-sunken, noch mehr aber der Handel, wenn Benchig gleich noch im-mer ein Hauptmarktplatz für Italien bleibt, und jährlich 3 biS4000 Fahrzeuge in seinen Hafen aufnimmt. Dieser ist sicher undgeräumig, aber die Einfubr wird zu sebr durch die Untiefe derCanäle und den sich immer verändernden Sand erschwert, Zu Ve-nedig gehören und machen gewissermaßen seine Vorstädte aus: dieInseln Giudecca, St. Giorgio, St. Helena, St. Evasmo, il Lidobi Malamoco, Michelc und Murano; sie werden meistens vonKünstlern, Fabrikanten und Handwerkern bewohnt, auf denseloe»auch vorzügliches Gemüse gezogen. Sonst hatte Venedig so wenigFestungswerke als Garnison, und war bloß durch seine. Lage fest;jetzt sind nach der Landseite zu Festungswerke angelegt und einestarke Garnison vertheidigt den Platz, die aber, so viel wenigstensDeutsche und Ungarn betrifft, hier eine sehr unangenehme Eristenzgenießt. Überhaupt ist das gesellige Leben, das hier von jeher fin-ster und todt einhcrschl'A, jetzt ganz verödet und erhält nur wäh-rend des rauschenden Carnevals einige lichte Augenblicke. Die Ehes-ter find schön, aber die Kunst ist sehr gesunken.
Venerabrle (lat.), das H 0 ch w ürd ig e, heißt bei denCathoiiken die geweihte Hostie, weiche in einem eignen Behält-niß« — Monstranz — während des Gottesdienstes oder auchzu gewissen heiligen Zeiten, auf dem Altare zur öffentliche» Anbe-tung ausgestellt, und in den Ländern, wo die katholische Religion'herrschend ist, bei feierlichen Prozessionen oder wenn eu, Sterben-der die Communion empfangen soll, von einem Priester öffentlichherumgetragen wird. Die übrige Zeit hindurch wird diese Hostiein dem auf einem Altare befindlichen Tabernakel (s. d. Art.) ver-wahrt, und die ewige Lampe dabei stets brennend unterhalten.In Ländern, wo die katholische Religion nicht herrschend ist, trägtder Geistliche, der dem Sterbenden die Communion reichen soll,die geweihte Hostie in einer Kapsel auf der Brust.
Venerische Krankheit. Au Ende des fünfzehnten Jahr-hunderts und im Anfange des sechzehnten zeigte sich fast gleichzei-tig in Europa eine vorher fast ganz unbekannte Krankheit, diedurch ihre schnelle Verbreitung, durch die schrecklichen sie bezeich-nenden Zufälle, durch ihre leichte Mittheilung und große Lnste.ckungsfähigkeit, durch die Kraftlosigkeit aller dagegen angewandte»Mittel den Ärzten ein Räthsel, den übrigen Menscben ein Schre-cken war, und über deren Ursprung noch bis jetzt nichts bestimm-tes ausgemacht ist, und auch wohl darum nie ausgemacht werdenwird, weil die Arzte damals im Allgemeinen zu ungebildet waren,um auf den Ursprung einer innern Krankheit n, sehen, die si-nnt aller ihrer Kunst nur selten vollkommen h i > konnten. Bisauf die neuern Forschungen glaubte man ziemUm allgemein, dasUoel sei durch die Flottille d.s LolumbuS aus Amerika nach EuropaC«n». keji. 4t, Aass. x, ly