Dencztiela Ventil 291
als ein Heer einzelner Zufälle, mehr als eine Pest, denn als einenur einzelne Menschn, ergreifende Krankheit schildern. Die ganzeKrankyeirsconstitlmon war damals so pestartig, daß die Ärzte inallen''Gestirnen den Grund dapon suchten. Es konnte sich daherallerdings um so eher nach und nach daraus eine neue Krankheits-form bilden, da die politischen Verhältnisse die.Völker damals un-,gemein zusammenmischten, Spanier und Franzosen und DeutscheItalien, und jen-e mit den Italienern Deutschland durchzogen, unddie dem Scharbock nahe verwandte Krankheit der «us Amerika zu-rückgekehrten Matrosen wohl auch ihren Beitrag spenden konnte.—So viel ist gewiß, daß die Krankheit, die als Lustseuche alles inSchrecken setzte, damals tausendmal fürchterlicher war, als setzt.Lie machte den Kranken zum Scheusal sür seine Freunde, und stürzteihn fast nothwendig in Verzweiflung, da kein Arzt zu helfenwußte, und.seine Mittel fast so sckr.cklich wie die Zufälle waren.Weil die Ansteckung viel leichter Statt fand als jetzt, wo eine an-haltende Berührung der Haut in ihren dünnsten od.r verletztenStellen sie allein möglich macht, uns die allgemein gewöhnlichenFreudenhäuser vollends das Ihrige dazu beitrugen, so.war damitkeinesweges der zweideutige Begriff verbunden, den man jetzt voneinem daran Leidenden hegt, im Gegentheil blieb Hütten, derJahre lang daran licl, und endlich erst durch das Guajak undseine kräitige Natur genoß, immer in allgemeiner Achtung, undkonnte seine Schrift darüber ohne Anstoß und Beleidigung einemder ersten geistlichen deutschen Fürsten widmen. Wie zede Krank-heit allmählig in ihrer Wuth mit der Zeit. nachläßt, so hat auchdiese sich um so mehr gemindert, da die Ärzte seit Paracelius be-sonders im Quecksilber und seit Schweb lauer in den Säuerndie kräftigsten Mittel dagegen fanden, und allgemeines Leiden desKörpers ist daher jetzt nur Folge großer Vernachlässigung, nichtmehr in der Krankheit selbst nothwendig begründet. Fürchterlichbleibt sie jedoch immer, da sie 1. nicht allein die ganze Maschinemshr oder weniger zerrüttet, sondern auch 2. den Grund zu denhartnäckigsten Krankheiten anderer Art, besonders zur Gicht,Rheumatismus, Fehlern der Harnblase rc. legt. *r.
Venezuela ist der Name einer Provinz und einer Stadt imspanischen Südamerika; gewöhnlich nennt man sie aber die ProvinzCaracas, von dem Hauptorte dieses Namens. Venezuela, dieStadt, hat in Ansehung der Gegend viel Ähnlichkeit mit Venedig,erhielt deßwegen auch von den Spaniern, die (5499) zurrst da lan-deten, diesen Namen, und ist wie Venedig auf Inseln und Pfäh-len erbaut. Sie hat 10,000 Einwohner. Im I. 1528 verpfän-dete Carl V- diele Provinz an die Familie Weiser in Augsburg,welche 500 deutsche Colonisten dahin schickte, die aber alle ihrenUntergang da fanden. I» dieser Provinz brach iZln zuerst dieJnsurrectwn gegen das Mutterland aus, und der Kampf, din dieEinwohner für Freiheit und Selbstständigkeit gegen die Spanierführen, — ein wahrer Vectilgungskri-g — dauert noch jetzt fort.
Ventil heißt im Allgemeinen^jede Vorrichtung,' welche dazudient, den Rückgang des Luftzugs auszuhalten. In der Orqelnennt man daher Ventil jene Klappe, welche den Wind in denWindladen aufhält, damit er nicht zurückgeht. In Wasserbauten«der bei Brunnen nennt man Ventil jene Klappe, die durch Ver-dünnung der Lust gehoben wird, und so einen Wafferskrvm durch-
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