Verhärtung zrz
daher zwar ihre Thätigkeit fortdauert, aber auf ein abnormesProduct gerichtet ist, woraus die Bildung von übermäßiger Masse,die Geschwulst, die Verhärtung und Dcsorganisätion dreier Theileerfolgt. Eine Verhärtung kann auch in anbern Theilen entste-hen, und zwar nach jeder Entzündung, welche nicht zeitig genugzertheilt wird, ehe die Auöschwitzung der Masse sich gebildet hat.(Allein diese Verhärtung ist bloß Folge der Ansammlung von aus-geschwitzter Masse iw dem Organ, dessen plastische Kraft erst durchden Zustand von Entzündung auf einen Grad erhöht wurde, denes im normalen Zustande gar nicht besitzt, und welcher auch vonseiner abnormen Höhe schnell herabgctunken ist, ehe er seine Pla-stik bis zur Eiterbildung durchführen konnte. Bei einer solchenVerhärtung ist also die plastische Kraft in gänzliche Ruhe versun-ken. Eine solche Verhärtung kann auch «ach Entzündung in denabsondernden Drüsen zurückbleiben, und bildet zuerst den gutarti-gen Skirrhus. Hier sinkt zwar auch die durch Entzündung ab-norm erhöht gewesene allgemeine Büdungskrast unter den vori-gen Grad herunter, allein die specifische der Drüse bleibt auf ih-rem eigenthümlichen Grade von Thätigkeit, oder wird, wenn sieauch in scheinbare Ruhe versunken ist, doch leicht excitirt, wozuschon der Reiz der Geschwulst und Verhärtung, theils auch eineäußerliche Reizung Veranlassung geben kann. Von nun an wirddie plastische Kraft rege, und geht wegen der Störung der Normauf Bildung eines fehlerhaften Products, auf Veränderung undendlich auf Zerstörung der organischen Form. Die äußern Veran-lassungen zum Skirrhus sind am häufigsten Verletzungen durchStoß oder Druck auf diese Theile, durch hohen Grad von Kälte,zuweilen auch durch heftig wirkende ^Mittel. Darum ist es vonder größten Wichtigkeit, diese Theile vor solchen schädlichen Ein-wirkungen zu schützen. Innere Veranlassungen find Entzündun-gen dieser Theile, welche nicht durch Eiterung ausgeglichen wer-den, Störung der Nervosität durch anhaltende deprimircnde Af-fecten. besonders durch Kummer. In Rücksicht der Heilung desSkirrhus kommt alles darauf an, ob er noch gutartig, oder schonbösartig sey. Der erstere kann noch geheilt werden, der letzterenicht. Öfter aber als man gewöhnlich glaubt, ist der Skirrhusnoch gutartig und heilbar, nur darf man keine Zeit verläumenund keine unzweckmäßigen Mittel anwenden. Unzeirige,Verschämt-heit, Versuche mit Hausmitteln und Pflastern, von Unkundigenangepriesen, haben nur gar zu oft Veranlassung zu den traurig-sten Übeln gegeben. Am schädlichsten sind alle die Mittel, welcheeinen so starken Reiz auf die Drüsenverhärtung ausüben, daß da-durch die schlafende plastische Kraft geweckt, der falsche Pro-ductionstrieb erregt wird. Dies befördert jederzeit den Übergangdes gutartigen Skirrhus in die Bösartigkeit', macht deuselbenschmerzhaft, größer, härter, höckericht,' und verursacht einenschnellern Übergang in den Krebs. So sehr man also zwar eilenmuß, jedem Skirrhus durch zweckmäßige Mittel ;ü begegnen, sobald man seine Entstehung bemerkt, so sehr muß m.in"fi>h vorlenc» Mitteln, und vor denen , welche sie anpreisen, hüten. Je,der Skirrhus muß mit den mildesten, ssanftrscen Mitteln behan-delt, und besonders vor Erkältung, vor neuen Verletzungen durchDruu und Stoß in Acht genommen werden, tt.