zzo Vesuv Veto
schlecht-, deren Tugend man, eS sey im Ernst oder Scherz, be-hauptet.
Vesuv, ein Vulkan in der sicilischen Provinz Napoli, nuriZ Meile von der Hauptstadt entfernt, den man schon so weit alsdie Geschichte reicht, als feuerspeienden Berg gekannt hat, undder auch noch jetzt von Zeit zu Zeit Verheerungen anrichtet. Ersteigt in Pyramidenform aus der Ebene hervor, und wird durchweite Thäler von den Berge» Somma und Ottojano getrennt, diejedoch durch den Ausbruch von 1794, worin auch die Spitze desBergs selbst sich gesenkt hat, gänzlich ausgefüllt sind. SeineHohe beträgt nur Zl>8a Fuß. Auf seinem Gipfel breirer sich einekleine Ebene aus, in deren Mitte man hm beständig rauchendenSchlund erblickt; seine Seitenwände sind zwar nackend, und nuran einige» Stellen sieht man Wein- und Obstgärten, zum Theilzwischen brennender Lava, aber sein Fuß ist trotz aller Explosio-nen des Bergs, die oft Biertelmeilcn breite Lavaströme überihn ausgießen, doch stirk bewohnt und angebauet; hier, und zwarhier allein wächst der köstliche Lacryma Christi.— Unter den Ausbrüchendes Bergs sind die von 79, wo Herculanum und Pompeji begra-ben wurden, von 204, 472, 512, 635, 99z, ioz6, 1306, iüzi,I7Z0, wo der Gipfel des Bergs sich merklich erhöhte, und seineAuckerhutsform erhielt, 1766, 1779, 1,794, wo der ansehnlicheOrt Torr« del Greco fast ganz vernichtet wurde, und 1804 dieheftigsten gewesen: seit dem Anfange des i8ten Jahrhunderts istfast kein Jahr, das nicht mehr oder weniger durch seine Explo-sionen bezeichnet wäre.
Veteranen hießen bei den Römern alte, versuchte Sol-daten, welche eine Anzahl Feldzüge mitgemacht, oder doch we-nigstens ihr Zvstes Jahr erreicht hatten, nach welcher Lebenspe-riode sie nicht mehr zum Kriegsdienste verpflichtet waren. Ent-schlossen sie sich nun, noch länger zu dienen, so wurden sie vorden übrigen Soldaten mit den Beweisen vorzüglicher Achtungausgezeichnet. — Bei den Franzosen ward ein Corps vonalten Soldaten, die durch Wunden oder durch 24jährigen Dienstzum Kriege untauglich, für andere Dienstverrichtungen aber nochFähigkeit hatten, Veteranen genannt. Dieses Corps bestand aus10 Halbbrigaden oder 13,590 Mann, erhielt Nationalgüter zumAnbau, und lebte csmpagnienweise in eigends angelegten Woh-nungen (das Säger genannt), zusammen. — Übrigens nennt manauch alle in Diensten oder unter dem Studium der Wissenschaftenergrauten Männer Veteranen.
Veterinarius (Lot.), eigentlich ein Mann, der Lastthierehält, und ein Gewerbe damit treibt, ein Lohnkutschcr, Fuhrmann(veteriiiL Äi-i-neHa hießen bei den Römern alle Lastlhiere, Pfer-de, Ochsen, Esel); dann aber auch ein Mann, der die Krankhei-ten dieser Thiere zu behandeln versteht, ein Thierarzt.
Beterinarschule, siehe den Artikel Bieharznei«
künde.
Veto (Lat.), eigentlich, ich verbiete. Das Veto heißtdie gesetzliche Befugniß, die Jemand hae, durch seinen Wider-spruch einen von einer ganzen Versammlung gefaßten Beschluß zuentkräften, und die Ausführung desselben zu hindern. In der rö-mischen Republik hatte jeder einzelne Bolkstribun das Recht, durchsein Veto die Beschlüsse des SenatS für ungültig zu erklären.