Violoncello 3§9
der Violine geht von x bis^ Doch ist mau erst in unsern La-gen bis zu dieser schwindelnden ^Höhe hinaufgestiegen. Früherging man höchstens bis ^ oder H und im löten Jahrhundert
kaum bis H Auf der Violine können alle in obigem Umfange be-griffene Töne bloß durch das Aufsetzen der Finger, ja selbst diekleinsten enharmönischen Verhältnisse hervorgebracht werden, da-her dies Instrument sowohl dadurch, als durch seinen schöneneindringenden Ton unter die vollkommensten und angenehmstenaller musikalüchen Instrumente zu zählen ist. Hier nur noch einPaar Worte" über das Werkzeug, wodurch die Saiten der Violineklingend gemacht werden. Dies ist nämlich der Bogen. DieserBogen besteht in einem etwas über eine Elle langen runden Stäb-chen von Schlangenholz oder Fernambuck (wenigstens sind diesesdie besten Holzarten dazu), welches von unken nach oben in ab-nehmender Stärke zulauft, und oben sich mit einem ausge-schweiften Klötzchen endigt, welches der Kopf heißt. In demuntern und stärker« Ende des Bogens geht eine Schraube, wo-durch der Frosch angezogen oder nachgelassen wird. DieserFrosch ist ein ausgeschweiftes Klötzchen von Holz, welches mitdem Kopfe parallel, am untern Ende des Bogens steht, und durchwelches die Schraube geht. Der Bogen wird mit weißen Pferde»haaren bezogen, welche oben im Kopf und unten im Frosch be-festigt, und durch das Auf- und Zudrehen der Schraube ab - oderangespannt werden, je nachdem es nöthig ist. Die Kunst, aufder Violine zu spielen, ist übrigens auf einen so. hohen Grad ge-stiegen, daß sie wohl eher wieder sinken, als noch höher steigenkann, da man es mitunter wohl, weniaste'ns in Hinsicht mechani-scher Schwierigkeiten, jetzt zuweilen übertreibt. Die bekanntestenAnweisungen zur Erlernung des Violinspiels sind die von Döh-lein durch Reichard vermehrt, von Leopold Mozart, von Gemi-niani, vom pariser Conservatorio, und vom Professor Fröhlich inWürzburg.
Violoncello (Bioloncell), kleine Baßgeige, steht-zwischender Bratsche (s. d. Art. Viola) und be„ Contrabaß (dem größtenund aufrecht stehenden Geigeninstrumente, und deßhalb die großeBaßgeige oder Violono genannt) in der Mitte, so wie die Brat-sche wiederum zwischen dem Bioloncell-und der Violine. DasBioloncell hat übrigens ganz den Bau, die Structur und alleTheile zvie die Violine und Bratsche, nur daß es größer ist, undnicht wie diese in horizontaler Richtung an die Schulter gesetzt,sondern in senkrechter Richtung beim Spielen zwischen den Knienfestgehalten wird. Es ist ebenfalls wie die Bratsche mit vierDarmsaiten bezogen, wovon die beiden tiefsten mit Drath über-spannen sind. Die Stimmung der Saiten ist in L, 6, ft, »,also wie bei der Bratsche, nur eine Oktave tiefer. Die Notenfür das Bioloncell werden im ib oder Baßschlüssel gesetzt. Füröie Töne aber, die das ä odcr s übersteigen, wird gewöhnlich«er Tenor odcr auch (besonders für die ganz hohen Töne in Con-certe», Solo's u. dcrgl.) der6- oder Violinschlüssel gebraucht. In die-sem letzter« Falle aber müssen die Noten allemal eine Octave hö-geschrieben werden, als sie gespielt werden, weil das Violen«