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ten angewendet werden; besonders der Kavallerie wegen ihresBrausens gefährlich, ist doch Sicherheit des Treffens nicht ihr Vor-zug, und die Kostbarkeit wird wohl die Kontinentalmächte vonihrer allgemeinen Einführung abhalten, wenn auch hier und daglückliche Versuche zu ihrer Nachahmung gemacht worden sind.
2. Zn das kleine Gewehr. Wegen der Allgemeinheit des Ge-brauchs nennen wir hier zuerst aä) die gewöhnliche Jnfantericflinte.Ihre Construction ist. zwar in den verschiedncn Armeen verschieden,es läßt sich aber im Allgemeinen der Lauf ZH- Fuß lang, die Kugelgegen 2 Loth, die Ladung halbkugclschwcr annehmen, wo von zooSchritt herab gewisse — natürlich immer zunehmende — Wirkungzu erwarten ist. L) Die gezogene Kugelbüchse, als eigenthüm-liche Waffe der Jäger. Sie gewährt zwar mehr Sicherheit desTreffens, wirkt auch auk größere Distanzen, gestattet aber nur«in langsames Feuer. Hierbei sind noch die Standbüchse», Dop-pelhaken und Wallmusketen zu nennen, die von stärken« Kaliberals die gewöhnlichen Büchsen, und deßhalb viel schwerer sind, sonstwohl auch im Felde gebraucht, dann ziemlich vergessen wurden, sehtaber hier und dort für den Festungskrieg wieder hervorgesucht wor-den sind, wo sie allerdings auf beträchtliche Weiten einen sichernSchuß geben und den Belagerer gar sehr incommodiren. <') DerKarabiner, das größere Schießgewehr des Kavalleristen. Da manindeß eingesehen hat, daß das Hervordringen einer großen Feuer-masse dem eigentlichen Zweck der Reiterei unangemessen, der Schußvom Pferde ziemlich unsicher, und der Karabiner deßhalb eine un-nütze Last ist, so hat man sie im Allgemeinen abgeschafft, und inmehrern Armeen nur einigen Mann der Escadron gelassen, die,besonders im Zielschießen geübt, beim Plänkern rc. gleichsam alsSchützen zu Pferde nützliche Dienste leisten, v) Dir Pistole, eben-falls dem Kavalleristen eigenthümlich (die Mineurs sind indeß ge-wöhnlich auch damit versehen), der sich ihrer beim zerstreuten Ge-fecht bedient. Bei der großen Unsicherheit des Treffens ist Wohl ihrhauptsächlichster Nutzen der, daß die Vedetten damit bei des Fein-des Annäherung Signale geben können. Die blanken Waffen lassensich eintheilen 1. in Stoßwaffen, die bloß durch die Spitzewirken. Diese sind -,) das Bajonnet, das auf der gewöhnlichen Jn-santcrieflinte angebracht, den Mann zum Ferngefscht und Handge-menge zugleich fähig macht ,(die Pike, die man mehrfach vorge-schlagen hat, leistet das erstere gar nicht und wird deßhalb wohlschwerlich wieder eingeführt werden); wegen der Kavallerie ist esnöthig, baß Flinte und Bajounet zusammen so lang sind, daß dersich damit deckende Soldat von dem Reiter mit dem Säbel nicktabgereicht werden kann. Um dem Jäger ein ähnliches Deckungs-mittel zu verschaffen< hat man an seinem Hirschfänger eine Bor-richtung angebracht, daß er als Lajonnct auf die Büchse gesetztwerden kann. f>) Die Lanze, der leichten Kavallerie eigen; ihr ge-schickter Gebrauch setzt ungemcine Übung voraus, während der un-geschickte Lanzenreiter eine sichre Beute seines Feindes ist. Mankönnte an ihr tadeln, daß sie eine gewisse Halbheit herbeiführe, in-dem nicht zu erwarten ist, daß der Mann aus Lanze und Säbelgleich aeübtseyn und aufbeides gleiches Vertrauen fetzen werde. Amwirksamsten und wirklich furchtbar wird sie bei Verfolgung des inUnordnung gerathnen Feindes, wo sie der Kavallerist bei weitemmehr als den Säbel fürchtet, der Jnfantrist aber nicht einmal