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462 . Wärme ^

heißer werden, wenn die Thätigkeit unserer Verrichtungen ange-strengt wird? Oft glaubt man in jenem Falle, die Luft sey wirk-lich kälter, in diesem, sie sey wirklich heißer als fie ist. Dahernun müssen wir auf eine innere Quelle der th.erischcn Warme kom-men, welche, unabhängig von der Temperatur der Luft, den hö-her» Thierclassen eigen ist, und nur unter gewissen Umstanden inden niedern erregt werden kann. Spüren wir dem Unterschiededer warm- und ^kaltblütigen Thiere nach, so ist zuvörderst einmerklicher Unterschied in Ihren festen Theilen. Die warmdlüti-gen haben wahre Muskeln, voll rvthen Faserstoffs mit Zellyäuten ^überzogen: jene Muskeln sind um so derber, je größer die eigen-thümliche Wärme der Thiere, ist; die Sing - und Raubvogel habendie festesten Muskeln, und ihre eigenthümliche Wärme übertrifftnoch die Wärme des menschlichen Körpers. Dasselbe gilt von denKnochen, welche um so fester sind, j« wärmer das Thier ist. Se-hen wir dagegen kaltblütige Thiere an, so finden wir statt derMuskeln nur gallertartiges Fleisch, oder ein Gewebe von Fasern,die sich- weder durch Farbe, noch Derbheit wesentlich von» Zellge-webe unterscheiden. Das Fleisch der Fische, selbst der Frösche undEidexen, beweis't dies. Diese Thiere haben auch keine wahren Kno-chen. Gräthcn und Knorpel von weicherem Gewebe vertreten ihreStelle. Auch das Kind im Mutterleib« hat so lange wenig eigneWärme, als es noch keine wahren Muskeln und Knochen hat.

Wie hangt dieser Unterschied mit der eignen Wärme zusammen? 'Ganz einfach durch das Naturgesetz, daß fühlbare Wärme erzeugtwird, wen» flüssige Theile fest werden, und um so mehr Wärme, ^je größer der Unterschied ihres früheren flüssigen und ihres jetzigen rfesten Zustandes ist. Denn die Wärme, die sie in dem flüssigenZustande aufgelös't enthielt, muß jetzt davon gehen, da sie nicht !mehr zur Auflösung angewandt wird. Darum erzeugt sich beimLöschen des Kalkes eine so bedeutende Hitze. Außer dieser Quellsder eigenthümlichen Wärme gibt es aber noch eine andere eben sowichtige. Diese ist der Einfluß des Nervensystems. Die Nervenwirke» als Erreger und Leiter der thierischen Electricität, mnd mitdieser ist die Wärme beständig verbunden. Je größer das Gehirneines Thieres, je zahlreicher seine Nerven sind, desto wärmer istes. Der Mensch und die Singvögel haben das größte Gehirn: sieerzeugen auch die stärkste Wärme. Die Fische haben ein so kleinesGehirn, daß es rm Verhältniß zu ihrem oft großen Körper wenigin Betracht kommt, und bei den Jnftcten sind statt des Gehirnsnur zerstreute Nervenknoten. Indessen können nach einigen Er-fahrungen selbst die kaltblütigen Thiere sich erwärmen, wenn siesehr stark gereizt werden, oder die Thätigkeit ihrer Nerven unge-wöhnlich angestrengt wird. Ein Bienenschwarm ist wirklich soheiß, daß das Thermometer hineingchalten eine bedeutende Höbe ,

annimmt. Auch bei Fischen, die man reizt oder martert, bemerkt >

Man eine, obwohl unbedeutende, Zunahme der Wärme Die zweitewichtige Wirkung der Wärme ist die Ausdehnung, die sie in allenfeste» und flüssigen Körpern hervorbringt. Auch das Wasser wirb ^allerdings durch die Wärme ausgedehnt, aber wenn es unter 40°abgekühlt ist, so scheint es die größtmögliche Dichtigkeit erreicht zuhaben. Wird eS noch weiter erkaltet, so sängt es wieder an, üchauszudehnen, bis es in seinem Gefrierpunkt zu einem festen Kör-per wird. Wenn es ganz ruhig steht, kann das Wasser noch ftüs-