48» Wasscrprob«
lenkten sich auch aus dc» Wolken trsmpetenähnliche Röhren her-ab , deren größerer Umfa-ig öben an den Wolken hing. DieseRöhren waren weiß und durchsichtig, anfangs leer, füllten, sichaber mit Wasser, sobald sie die von unten aufgestiegenen Säulenberührten. Nun nahm auch ihre Dicke bis zum Umfange einesBaumstammes zu, den ein Mann umfassen kann. In den Röh-ren scklängelte sich das Wasser deutlich in die Höh«, so daß sie ei« >nem mit Wasser gefüllten Darme glichen. Eiye davon dauertelänger als die andere, verengte und erweiterte sich mehrmals undverschwand, nachdem das vom Meere zu ihr hinaufgehobne Was- Iser sich gesenkt und von dem aus der Wolke herabhängenden Theile 'getrennt hatte. Thevenot bemerkt zugleich, daß solche Was-sersäulen sich zuweilen in die Segel der Schiffe verwickeln und daßsie im Stande sind, kleine Fahrzeuge empor zu ziehen. Förstergibt von einer zwischen den Inseln von Neuseeland beobachtetenWasserhose folgende Nachricht: Nach einer stürmischen Nacht er-folgte am Morgen beinahe eine gänzliche Windstille; es stiegen ,einige Wolken am Himmel auf und in einiger Entfernung vom !Lande schien es zu regnen. Bald darauf entstand auf der Mee- !retfläche ein weißlicher Fleck, aus welchem gleichsam ein Fadenoder eine Säule heraulstieg, die sich mit einer andern, die aus §der Wolke herabkam, vereinigte. Bald nachher entstanden auf !gleiche Art noch drei andere Säulen. Die nächste war ungefähr >H- emtr deutschen Meile vom Schiff« entfernt; sie schien unten an >dem Meere «inen Durchmesser von 70 bis 80 Klaftern zu haben;hier tobte das Meer heftig, und es stiegen Dünste wie Staubre- !gen in die Höhe. Oben nach den Wolken hin war der Durchweh lser der Gäule gleichfalls stärker als in der Mitte, woselbst er ?kaum zwei bis drei Fuß zu betragen schien. Das Wasser wurde lin der Säule in einer Schneckenlinie hinaufgetrieben; oft schienes aber auch Nur einen hohlen Cylinder zu bilden und innerhalb !der Säule einen leeren Raum zu lassen. Dadurch, daß die Wolken ^mit dem auf dem Meere liegenden Theile der Säulen nich t immer mit .gleicher Geschwindigkeit fortrückten, erhielten diese eine schiefe Rich- >»tung und krümmten sich sogar bisweilen; auch ging die eine schnel-ler als d-e andre. Je mehr sie sich dem Schiffe näherten, destomehr bewegte sich das Meer und brach in kleinen kurzen Wellen.Dabei verspürte man ein leichtes Lüftchen von sehr unbeständigerRichtung. Die Dauer der Sänken war verschieden. Man nahmdabei ein Getöse, wie das Rauschen von einem Wafferfall im tie-fen Theile wahr; auch sielen Hagelkörner auf das Verdeck desSchiffs, es regnete mehrmals und blitzte, ohne daß man einen 1Donner gehört härte. Bisweilen werden dergleichen Wasserhosen jvom Meere, wo sie entstanden, über das nahe liegende Land ge- ^trieben, wo sie, oft nach Art der Wirbelwinde große Verwüstungenanrichten. — Ü'ber die Natur und Entstehungsart dieser merkwür- ^digen Erscheinungen gibt es mehrere Hypothesen, von denen je- ,doch keine vollkommen genügt. !
Wasserprobe gehörte mit zu den Ordalien (s. d. !Art.) oder Gottesurthetten, die bei unsern deutschen Vorsah- ^ren, nachdem das Christenthum unter ihnen eingeführt wordenwar, aufkamen, weil sie noch kein geschriebnes Gesetz hatten,nach welchem in den verschiedneipFällen eine bestimmt« Rechtspflegehätte Statt finden können. Aus der Lehre, daß Gott die Welt ^